No Itinerary, No Limits, No Regrets!

 
22Sept
2015

Berge, Kaiserschmarrn und Blasenpflaster - mehr braucht man nicht zum glücklich sein

Waidring, Tirol: 14.09.-18.09.15

Wenn es eines gibt, das ich durch all meine Reisen gelernt habe, ist es, dass Urlaube mit mir immer einen gewissen Abenteuerfaktor enthalten. So fanden genau während meiner Zeit in London die damaligen Terroranschläge statt, es schlugen Jahrhundertbrände bei unserem Urlaub an der Algarve um sich, noch nie dagewesene Überflutungen legten bei unserem Besuch Las Vegas lahm, es gab Tornadowarnungen an der australischen Westküste während unserer Reise nach Perth, ganz Bangkok war ein einziger Ausnahmezustand aufgrund der größten (militärischen) Ausschreitungen während unserer Zeit dort und bei unserer Stippvisite im amerikanischen Death Valley, wo normalerweise geraten wird, nicht mit dem Auto stehen zu bleiben, da die Reifen sonst wegen der schier unendlichen Hitze am Boden festklebten, stiegen wir mit Fleece aus - bei lediglich 18 Grad. Ich könnte vermutlich noch ewig so weitermachen

Mit dem Ausspruch "Sollte meine Leben mal eintönig und langweilig sein, fahre ich einfach wieder mit dir in den Urlaub, Lisa!" verabschieden sich daher meist viele meiner Reisebegleitungen.

Dieses Mal sollte es eine unspektakuläre Reise in ein Wellness/Wanderhotel nach Tirol sein. Ab Ingolstadt. Über München und Salzburg. Mit Paula. Während die Räumung des Münchner Hauptbahnhofes aufgrund eines Bombenfundes am Tag meiner Anreise nach München dabei ja fast schon als Lappalie durchgeht, war die Reise nach Salzburg dann durchaus ein Highlight. Aufgrund der ausufernder Zahl an Flüchtlingsankünften in München, wurden am Vorabend unserer Reise alle Zugverbindungen nach Österreich eingestellt und Grenzkontrollen eingeführt.

Bis Montag früh - unserer geplanten Abfahrt - sollte jedoch alles wieder normal verlaufen und die Grenzen wieder geöffnet sein.

Mit der Deutschen Bahn als Projektmanager. Was haben wir gelacht.

Unser gebuchter Zug fiel aus und alle weiteren fuhren lediglich bis Freilassing. Dort kämen wir aber bestimmt mit S-Bahn, Bus oder Taxi weiter. Ha!

Keine Bahn, Kein Bus, kein Taxi. Niemand konnte oder wollte über die Grenze fahren, vor allem da man an den Grenzkontrollen von Österreich zurück nach Freilassing schier endlos im Stau stand. Während zig gestrandete Fahrgäste dabei in Freilassing blieben, in der Hoffnung, dass im Laufe des Tages wieder Bahnen fahren (die Bahnen fuhren auch bei unserer Rückreise 5 Tage später noch nicht) war für uns recht schnell klar, dass wir zu Fuß die Strecke bis Salzburg zurücklegen werden.

Mit einer Landshuterin noch im Gepäck hat uns Paula dabei Dank GPS absolut souverän 45 Minuten durch die hintersten Winkel und Wälder navigiert. Wie die Kriegsflüchtlinge sich dabei wochenlang durch verschiedene Länder navigieren - ohne GPS - war uns danach allerdings ein Rätsel.

Dennoch machte sich eine leichte Nervosität in unserer Reisegruppe breit, da man das Gefühl nicht los wurde, etwas Verbotenes zu tun und jeden Moment damit rechnen müsse von Polizisten erwischt und niedergerissen zu werden.

Da wir von allen Einsatzkräften aber stattdessen freundlich gegrüßt wurden, waren wir doch leicht enttäuscht, da wir uns nur zu gerne ausgewiesen und verteidigt hätten.

Unsere mitgeführten Business-Trolleys haben sicherlich auch das Ihre zu der Situation beigetragen.

Einreise nach Österreich der anderen Art Eine muss sein!

Nach einer Mozartkugel zur Stärkung in Salzburg ging es dann mit dem regionalen Bus weiter nach Waidring, wo uns das wunderschöne Hotel - Waidringer Hof - erwartete. Während wir als Familie Rauscher eingecheckt wurden, glaubte vermutlich jeder, dass wir ein lesbisches Pärchen sein mussten, da das Hotel gefühlt auch nur von Pärchen buchbar zu sein schien. Den Altersdurchschnitt senkten wir jedenfalls beträchtlich.

Erstes Tagesziel sollte der Steinplattengipfel - der gefühlte Hausberg von Waidring - sein. Aufgrund des doch recht gesetzten Alters der Gäste in Waidring, wurde man normalerweise mit Bussen über die Mautstrasse hoch zur Alm gefahren wo man dann noch 30 Minuten hoch zur ersten Aussichtsplattform schlendern konnte. Alternativ konnte man sich auch direkt mit der Bahn hochfahren lassen. Wandern in den Alpen ist schließlich überbewertet.

Den Kassierer der Bergbahn dabei nach alternativen Wandertouren hoch zum Gipfel zu fragen, war im Nachhinein sicherlich nicht die cleverste Idee. Es gibt zwar einen Weg, aber der sei nicht zu empfehlen und direkt an der Straße. Lieber sollten wir doch für 15 Euro die Bahn nehmen.

Wir bedankten uns fürs Gespräch und liefen los. Die ersten beiden Opis, die wir trafen, fragten wir dabei nochmals nach dem Weg, die direkt auf den schönen Steig durch den Wald verwiesen. Ziemlich steil, aber wir Jungen packen das schon. Paula hatte wie immer absolut nichts verstanden und war von meiner "Bilingualität" stattdessen mehr als begeistert.

"Dieser Dialekt... das ist ja wirklich ein absoluter Door-Opener. Der connects so richtig."

Paula war zu der Zeit gerade 5 Monate bei McKinsey.

Dass just in dem Moment, in dem wir am Gipfel ankamen, die Bergrettung eingeflogen kam und in einem beeindruckenden Manöver einen Mann aus der Felswand rettete, zählt wie der Bombenfund schon wieder eher zur Normalität.

Steinplatte Steinplatte Man beachte die hängende Notärztin

Nach einer atemberaubenden Panorama-Tour von St. Johann hoch zum Kitzbüheler Horn (nächstes Mal erst bei der Bergstation Harschbichlalm einsteigen, da der Talweg unspektakulär und unangenehm auf einer schwarzen Skiabfahrt zu gehen ist), war am Tag drei der Wildseeloder und die Henne in Fieberbrunn unser Ziel. Wie immer sollte es mit dem regionalen Bus durchs Pillerseetal nach Fieberbrunn gehen.

Kitzbüheler Horn Auf dem Weg zur Harschbichlalm   Ja schau hin, ein Edelweiß  Kitzbüheler Alpen   WildseeloderWildseeloderseeWildseeloderWildseeloderWildseeloderMit Blick auf die HenneBlick nach St. Johann

Und dann kam Willi. Der Busfahrer des Jahrhunderts, der sicherlich allein für 30% der Stammgäste der Region verantwortlich ist. Dass sich jeder der Fahrgäste an der ersten Station persönlich und winkend von Willi verabschiedete, sollte uns bereits neugierig stimmen. Und in St. Ulrich standen sie dann. Eine riesen Gruppe von 60 jährigen Frauen und ein Mann, winkend und grinsend an der Bushaltestelle. Juhuuu, Willi!

Und Willi wusste wie es geht: "Mensch, gut sehen sie aus." "Meine Damen, noch schöner als gestern!" "Ui, neue Frisur?" Der einzige Mann der Truppe leistete dabei uns Gesellschaft und klagte sein Leid. Eigentlich wollten sie die Gegend erkunden und jeden Tag einen anderen Berg machen, aber wegen Willi haben sie nun eine 4 Tageskarte für Fieberbrunn gekauft, damit die Damen jeden Tag zweimal mit Willi fahren können.

Und auch wir verabschiedeten uns winkend und grinsend in Fieberbrunn von Willi.

"Bis später, Mädels!" "Bis später Willi", sagten wir und marschierten los Richtung Kasse um uns über die 2 Tageskarte Fieberbrunn zu informieren.

Am vierten und unserem Abreise-Tag ist Paula nochmal in die Griesbachklamm aufgebrochen, während ich die letzten Stunden im Wellnessbereich verbracht habe.Dass Paula am Morgen noch Willi an der Bushaltestelle getroffen hat und beinahe wieder mit Richtung Fieberbrunn gefahren wäre, sei hier nur kurz erwähnt.

  Was für ein Wellnessbereich!  Hotel Waidringer HofHotel Waidringer Hof

Zurück ging unser Reise dann über Wörgl und Kufstein nach Rosenheim. Diesmal ohne Probleme und trotz riesen Polizeiaufgebot wieder ohne Kontrollen.

Eine traumhafte Woche, traumhafte Gipfel und schönste Weitsicht bei 24 Grad.

Vielen Dank liebe Paula für diese großartigen Touren und das nächste Mal "würde ich dir aber auf jeden Fall ein paar Kakerlaken drauf packen!" ;-)

20Februar
2014

It was a pleasure, Asia!

Christina, Rosinanthe (mein Backpack) und ich haben wieder deutschen Boden unter den Füßen! Unsere Reise ist zu Ende. Unsere wunderbare Reise.

Wir haben gelernt, dass ein einfaches "Danke" in der Nationalsprache Türen und Herzen öffnet... es weniger zählt, für was man sich entscheidet, solange man sich entscheidet...allein sein und einsam sein zwei verschiedene Dinge sind... wenn man sich langweilt man nicht neugierig genug ist... es einen Unterschied zwischen einem Touristen und einem Reisenden gibt...Radfahren die beste Möglichkeit ist, einen neuen Ort zu erkunden... uns neue Erlebnisse glücklicher machen als neue materielle Dinge... das worst-case-szenario meist gar nicht so schlimm ist...die ärmsten Leute die sind, die am meisten geben und die glücklichsten Momente meist die einfachsten sind..                                                                                                                                                                                                                            (Thanks to Matthew Trinetti)

 

Hot sand on toes, cold sand in sleeping bags,
I've come to know that memories were the best things you ever had.

  

Bali Singapur Kuala Lumpur Kuala Lumpur Kambodscha - Angkor Wat Kambodscha - Angkor Wat Kambodscha - Angkor Wat   Kambodscha - Siem ReapKambodscha - Tonle Sap See Kambodscha - Tonle Sap SeeKambodscha - Siem Reap Kambodscha- Battambang Kambodscha - Battambang Kambodscha - Battambang Kambodscha - Battambang Laos - Vientiane Laos - Vientiane Laos - Vang Vieng! Laos - Luang Namtha Laos - Luang Namtha  Thailand - Chiang Mai Thailand - Koh Mook  Thailand - Bangkok Thailand - Bangkok

http://vimeo.com/22163776

20Februar
2014

Überraschungsgast Thailand

Nachdem wir schon mit „Adam aus Freiburg“ klettern waren, wollten wir auch noch das Freiburg Asiens mitnehmen– wie Chiang Mai oftmals genannt wird. Zu Beginn unserer Reise hatten wir Thailand fast schon kategorisch ausgeschlossen von unserer Tour mit Argumenten wie „viel zu touristisch“,doch wie es immer so kommt wurde es letztlich eines der Highlights unseres Trips, allen voran wegen Chiang Mai.

Es war aber auch eine göttliche Fügung. Das Bett neben mir im Dorm des vermutlich besten Hostels in Chiang Mai (Tipsy Manor) hatte nämlich Malte. Ja und Malte, wie soll man sagen, er wäre schlicht unser perfekter Travelbuddy gewesen (wenn er seine Asientour nicht gerade erst gestartet hätte). Da er auch lieber unter der Brücke schlafen würde als auf gutes Essen zu verzichten bestanden unsere gemeinsamen Tage in Chiang Mai daher aus 99% Essen und 1% Kultur.

Tempel #827 Opferschüsseln Glocken des Glücks Hoch soll er leben! Waschtag!

Das Ganze sah dann in etwa so aus, dass wir im legendären Diamond Club (Eine Mischung aus Dragonfly Inn und Central Perk) frühstücken waren und danach noch einen Muffin to-go mitnahmen für die 250-Meter Strecke bis zum Art Cafe, wo wir gleich im Anschluss einen dritten Cappuccino sowie einen dieser köstlichen Pies (die der Besitzer ab Tag zwei versteckte, damit immer noch einer da war, wenn wir kamen) zu uns nahmen, daraufhin direkt weiter zu einem frühen Mittagessen ins Bamboo Bee (leckerstes vegetarisches Essen), wo die Besitzerin gerne mal das Restaurant schloss, um mit uns in Ruhe bei 1-2 Fläschchen Sekt zu quatschen, danach wieder zurück ins Art-Cafe für einen schnellen Espresso und einen immer noch köstlichen Pie, kurz Kultur, zurück ins Art-Cafe (meist für einen Chocolate Brownie da wir doch eine kurze Pause von den Pies brauchten), Abendessen im Bamboo Bee oder alternativ beim romantischsten Italiener der Stadt – Street Pizza – bei einigen guten Flaschen Rotwein und um die Pfunde dann wieder loszuwerden eine TukTuk Fahrt nach Hause. Ach wie ich Malte vermisse!

Im Essenrausch haben wir uns dann auch noch für einen thailändischen Kochkurs angemeldet. Für den Fall der Fälle vermutlich.

Es ist allseits bekannt, dass Kochen und ich so gut harmonieren wie die SPD und Bayern und ich zu Hause nicht mal das Salatdressing machen darf. Also ich darf schon, aber es wird dann eben heimlich weggeschüttet und unauffällig gegen ein bereits vorbereitetes ausgetauscht. Christina meinte jedoch, da könne man nichts falsch machen - nicht mal ich! (Sie kennt mich einfach noch nicht so gut). Also los.

Im Akkord haben wir also ein komplettes Menü gekocht, beginnend mit einer Tom Yum Suppe, selbstgemachter Currypaste, grünem Curry, Pad Thai, Papaya Salat sowie Sticky Rice mit Mango als Dessert. Puh. Das Essen fiel mir eindeutig leichter als das kochen und während alle Teilnehmer im Anschluss erst einmal ein kurzes Verdauungsnickerchen im Hotel nahmen, sind wir beide direkt zum Art Cafe…. ein Pie geht schließlich immer. Doch die Stunde der Vergeltung kam alsbald.

 Unsere KochschuleEine gute Vorbereitung ist das halbe Leben Kurze Zwischengangpause Professionell nicht wahr Das Festmahl

Da wir in Chiang Mai mal wieder etwas länger als gedacht hängengeblieben sind, war es an der Zeit nun möglichst schnell runter auf eine dieser wunderbaren Inseln zu kommen, um Mission „Braun wie ein Braunbär“ noch erfolgreich erfüllen zu können. Mit dem Flieger ging es daher runter in den Süden nach Hat Yai, wo schon meine Freundin Jasmin aus Australien auf uns wartete. Obwohl uns im Vorfeld jeder vor dem Süden gewarnt hatte, machten wir uns wie meist relativ wenig Gedanken darüber. Im Minivan ging es also wiedermal vom Flughafen Richtung Innenstadt als auch ich verstand, was die Leute mit dem „gefährlichen Süden“ meinten. Auf einmal bewegte sich unser Van nur noch im Schneckentempo durch eine wie aus dem Nichts auftauchende Meute von Thais, die mit Schlagstöcken, Masken und Trillerpfeifen ausgestattet waren und mutwillig die Autos vor uns durchschüttelten und mit Schlagstöcken an die Scheiben trommelten.

Unter Totenstille begannen der andere Mitreisende und ich also langsam unseren Wertsachenbeutel unterm T-Shirt zu füllen, Kreditkarten im BH zu verstecken und verschwanden tief in unseren Sitzen, während Christina neben mir super vertieft Musik hörte, in ihr IPad starte, anscheinend einen sehr spannenden Artikel las und daher von der Situation überhaupt nichts mitbekam. Just in dem Moment als wir allerdings wieder aus der Demonstration rausfuhren schreckt sie auf einmal auf und sagt, du glaaaaaubst nicht, was ich gerade gelesen habe. Die sind suuuper gewaltbereit hier im Süden. Sollten wir Augen und Ohren offen halten.

Ja, eindeutig mit unter meinen Top 5 der Reise.

Naja, eine von uns, die diese Nacht beruhigt schlafen konnte bzw. auch nur theoretisch. Zum Abendessen gab es nämlich ein gutes Pad Thai, denn wie ich gelernt hatte, kann man da quasi nichts falsch machen. HA HA HA. Holen wir uns doch da unten in diesem verfluchten gewaltbereiten Süden auch noch die Lebensmittelvergiftung unseres Lebens (da war die von Bali ja Kindergeburtstag dagegen). Gut, dass wir das wohl schäbigste Hotel am Platz gemietet hatten, denn schließlich geht es am nächsten Morgen ja gleich weiter:  zur 4-stündigen Mini-Van Fahrt zum wackligen Fischerboot auf die Insel! Ja, das Universum schlug zurück.

Die Tage im Inselparadies Koh Mook konnten wir daher nur bedingt genießen. Da sich Jasmin am ersten Tag allerdings den Sonnenbrand des Jahrtausends (als Aussie!) holte, litten wir wenigstens alle drei.

Unser Fischkutter zur Insel Vorderseite vom Paradies Rückseite vom Paradies Blau, blauer, am bläuesten Da ist er wieder, der Sonnenuntergang

Die letzten Tage verbrachten wir schließlich noch in Bangkok - auch hier wieder mal den Protesten trotzend. Allerdings war die Stimmung in der ganzen Stadt absolut ausgelassen und die Protestcamps glichen eher einem Festival mit Essens- und Merchandising-Verkaufsständen sowie guten Bands. Jasmin und ich hätten uns sofort ein Ticket geholt!

Seit Laos träumten wir insgeheim schon von unserer letzten Nacht in Bangkok, denn die wollten wir ohne Schöpfeimer neben der Toilette, ohne mitduschenden Kakerlaken und ohne Bettwanzen verbringen – sprich im besten Hotel am Platze. Für einen Schnäppchenpreis (Danke liebe Protestler!) verbrachten wir also tatsächlich die kompletten letzten 24 Stunden IM Hotel mit Infinity-Pool auf der 62 Etage! Was für ein Abschluss!

One night in Bangkok Unser Ausblick für die kommenden 24 Stunden

16Februar
2014

Sabaidee Laos

Voraussichtliche Ankunftszeit: 16:47 Uhr.

Temperatur am Ankunftsort: 13 Grad.

13 Grad. In Laos. Zur Hauptreisezeit. Eindeutig ein Fehler auf der Anzeigentafel. Spätestens als die netten Damen im Flieger jedoch unsagbar dicke Wolldecken verteilt hatten, wurde auch uns klar, dass wir gerade auf dem Weg in das asiatische Sibirien waren.

Vientiane war unser Ziel – einladend angepriesen als die hässlichste Stadt in ganz Laos, in der eine Nacht bereits zu viel ist und die jeder lediglich als Transitstop nutzt, um in die Busse Richtung Norden zu hüpfen. So auch wir.

Da wir bei Ankunft im vorgebuchten Hostel größtenteils damit beschäftigt waren stetig in Bewegung zu bleiben um zu verhindern, dass unsere Gliedmaßen einfrieren, haben wir erst zu spät realisiert, dass „Sorry überbucht, aber unser Partnerhostel ist genauso schön, wenn nicht schöner“ nichts Gutes heißen kann. Und da war es dann also. Das wohl ranzigste Hostel in ganz Asien. Und wir sogar mit Reservierung. Überall dunkelgraue, fleckige Wände, von denen man nicht wusste, ob es sich dabei jetzt nur um nassen Beton (meine beruhigende Theorie) handelt oder doch quadratmetergroßen Schimmel, ein 8er Schlafsaal mit sechs Männer von denen sechs sterbenskranke Bakterienschleudern waren und der festen Überzeugung, dass wir uns wohl gerade in ein Bett voller Bettwanzen legen. Halleluja.

Nach einer Express-Turbo-Stadttour durch Downtown Vientiane ging es dann also am nächsten Tag mit dem Bus zügig weiter Richtung Vang Vieng. Nichts mehr Hostel, „Resort“ war das Ziel. Denn zu unserer eigenen Freude, aber vor allem auch zur Freude vieler Mitreisender wollten wir endlich, endlich wieder einmal duschen. Zu unserer Verteidigung sei angemerkt, dass die seit Tagen (über die exakte Anzahl wird gemunkelt) stattfindende Katzenwäsche lediglich bedingt war durch das tiefschwarze Leitungswasser in Phnom Penh sowie der nicht vorhandenden Dusche im Hostel in Vientiane. Aber zu zweit stinkt es sich bekanntlich leichter als allein oder so ähnlich.   

Gemütlicher Gemeinschaftsraum unseres Hostels Einladende Mekong Promenade Nachtmarkt Vientiane Don't touch! Oldschool vs. Newschool

Nachdem es uns einen kompletten Tag gekostet hatte uns wieder in den Zustand eines annehmbaren menschlichen Lebewesens zu versetzen, waren wir wieder bereit für neue aufregende Abenteuer.

Willkommen im Naturparadies Vang Vieng! Wir machen's uns meist recht schnell gemütlich

Erster Aktionspunkt: Klettern! Eine Tagestour bei Adam aus Freiburg. Klingt solide. Die Tagestour waren effektiv drei Stunden klettern und Adam hieß eigentlich Sidha, ist Laote und war nur einmal in Freiburg beim Klettern. Wenn überhaupt. Aber von PR versteht er offensichtlich was.

Kletterparadies Asiens Fast ein wenig viel los 

Noch besser war allerdings unsere Halbtagestour Kajakfahren. Mit riesen Augen haben wir den angsteinflößenden Anweisungen unseres Guides gelauscht als er uns gefühlte 10382 Tipps gab, was man genau macht, wenn man kentert, wie man Stromschnellen nimmt und wie man es trotz Bewusstlosigkeit, da einem das Kajak voll-karacho auf den Kopf geschnalzt ist, wieder an Land schafft. Na bravo. Wir also alle Wertsachen nochmal doppelt in Plastiktüten verpackt, alle Brillen doppelt festgekettet und uns wagemutig aufs Wasser begeben. Stromschnelle kam exakt eine, die eigentlich gar nicht den Namen Stromschnelle verdient hatte, das Wasser war so seicht, dass ständig die Paddel am Boden aufschlugen (was uns mit Schwimmwesten noch lächerlicher aussehen ließ) und nach zehn Minuten auf dem Wasser gab uns der Guide den Tipp doch das Paddeln aufzuhören, da wir sonst in 20 Minuten bereits am Ziel wären. Angesetzt waren aber schließlich zwei Stunden. Ab da ließen wir uns also nur noch von der Strömung treiben und „rauschten“ in Slow-Motion durch die Landschaft mit einem kurzen Paddler alle 6-8 Minuten um wenigstens in der Spur zu bleiben. Puh, was für ein Adrenalin-Kick. Nach diesen zwei Abenteueraktionen konnten wir kaum unsere für den nächsten Tag geplante Fahrradtour erwarten.

Man beachte den reißenden Bach im Hintergrund

Auch wenn es zwischen 13-16 Uhr recht angenehme Temperaturen erreichte, war es morgens und abends dennoch furchtbar kalt. Wobei furchtbar noch die Untertreibung des Jahrhunderts ist, denn wir sprechen hier von 3-7 Grad. In Asien. Zur Hautpreisezeit. Ja spinn ich.  Zum Abendessen trugen wir demnach 99% unserer Kleidungsstücke als Zwiebellook übereinander, was uns zwar wie zwei wahnwitzige Michelin-Männchen aussehen ließ, aber zumindest temporär unsere Gliedmaßen vorm Erfrieren rettete.

Sonne genießen zwischen 13-16 Uhr

Auch wenn wir unsere Deluxe-Dusche und unser Frau-Holle-Bettchen nur ungern zurückließen, war es dennoch nach vier Tagen wieder an der Zeit die Zelte abzubrechen und die Reise fortzusetzen. Der Plan war ursprünglich ein Abstecher in den laotischen Osten zu der Ebene der Tonkrüge sowie verschiedenen Mienengebieten, nach einem Blick in die Wetterapp verging uns jedoch die Vorfreude bei vorherrschenden Tages(!) -Temperaturen von lediglich 5 Grad.

Über die bis dahin schlimmste Serpentinen-Strecke von ganz Asien ging es also mit 12 weiteren Leidgenossen plus Reisegepäck in einem 9-Sitzer Mini-Van weiter nach Norden Richtung Luang Prabang. Landschaftlich ganz großes Kino. Sofern man seinen Blick von der Kotztüte heben konnte.

Guad festhalten, Frau Kramer! Zwischendurch einen heilenden Bärentrink am Rasthof?

Luang Prabang gilt als DIE Stadt von Laos. Direkt am Mekong gelegen, mit dem wohl besten Essens- sowie „Souvenir“-Nachtmarkt, schönster französischer Kolonialarchitektur nettesten Buchcafes, Bars mit Lagerfeuer und französischen Bäckereien. Und genau in dieser französischen Bäckerei standen wir eines Nachmittags und überlegten welche dieser Köstlichkeiten wir nun kredenzen wollten, als auf einmal ein „Jaaa Haaalloo“ in unsere Richtung schallte. Ungläubiger Blick nach links, stehen da Marlene und Markus aus Köln. So schön Asien auch ist, aber recht incognito kann man in diesen Ländern ja nicht reisen.

Sonnenuntergänge in Asien sind doch immer wieder schön

Leider haben wir die beiden erst gegen Ende unserer Zeit in Luang Prabang getroffen, so dass wir lediglich am nächsten Tag noch gemeinsam die Kuang-Si-Wasserfälle erkundet haben und sich dann unsere Wege schon wieder trennten. Wohl noch im Vang-Vieng-Adrenalinrausch hat es sich Christina hier allerdings nicht nehmen lassen sich in das eiskalte Wassergetümmel zu stürzen. Für nichts in der Welt hätte ich in diesem Moment meine zwölf Kleidungsstücke gegen meinen Bikini eingetauscht, aber einer musste ja schließlich auch Fotos machen.

In Luang Prabang stellte sich dann noch die alles-entscheidende Frage: auf dem kürzesten Weg direkt nach Thailand in die langersehnte und wohlverdiente Sonne oder doch hoch nach Luang Namtha in den bitterkalten und weitentfernten Norden zum Nationalpark, wegen dem wir eigentlich nach Laos gekommen sind.

Im Nachhinein hätten wir diese eine Entscheidung vielleicht mal nicht mittels Schnick-Schnack-Schnuck sondern tatsächlich rational treffen sollen, denn wenn man die Qualen dieser Busfahrt in Relation setzt, hätte uns dort oben eigentlich der Garten von Eden erwarten müssen. Neun Stunden Busfahrt in einem Mini-Van (ja immer noch ein 9-Sitzer) mit (obacht!) 15 Mitreisenden plus Gepäck versteht sich auf einer nicht-existenten Straße mit Schlaglöchern so groß wie unser Van und einem wahnwitzigem Fahrer der mit 80 Sachen entlangrauschte und nur mit Glück so manche Kurve am Abgrund noch riss. Die letzten 100-Kilometer vor der chinesischen Grenze war die Straße dann aber auf einmal in einem Bilderbuch-Zustand. Wenn die Chinesen schon illegal den ganzen laotischen Norden abholzen, dann wollen sie schließlich wenigstens einen gewissen Straßenstandard. Hm.

Voller Euphorie starteten wir gleich am nächsten Morgen also auf Trekking Tour durch den Nationalpark. Top ausgestattet mit den neuesten high-tech Trekking-Schuhen, Mammut-Fleece und ultralight Daypack saßen wir dann also unserem Guide im Tuk-Tuk gegenüber, der völlig zerfledderte Sandalen trug, die vermutlich seinem vierjährigen Bruder gehörten, da der halbe Fuß raushing, ein ultraleicht T-Shirt, so dass er fast schon blau anlief vor Kälte sowie einem selbstgebasteltem Rucksack, der mindestens schon seit 31 Generationen in Familienbesitz sein musste. Wie schlecht man sich auf einmal wieder fühlte.

Nachdem wir noch kurz unsere Mittagessen-Fische am Markt gekauft hatten sowie in die „Schnapsbrennerei“ am Nachbarort geplatzt sind (einen Probierschnaps haben wir aber dann doch abgelehnt, wir wollten ja schließlich noch was sehen auf der Trekking-Tour) ging es dann also los durch den Dschungel über einen 15cm breiten Trampelpfad der direkt am steilsten Abgrund in das Tal des Todes entlang führte und übersät mit tausenden von nassen Schmierseifen-Blätter war. Ich hab die 60% Steigung vergessen zu erwähnen. Am Ende unser nicht-vorhandenen Kräfte wurden wir dann jedoch mit einem Back-To-The-Nature-Barbecue belohnt, bei dem uns Stadtkindern nur so die Augen rausfielen. Schließlich hatten wir ja nur den Fisch und in Palmenblätter eingepacktes Salz dabei. Was man mit einer Machete nicht alles bauen kann und was man nicht alles zu essen findet, wenn man mit offenen Augen durch den Dschungel läuft. Ein Festmahl!

Fischers Fritz Fischt Frische Fische TÜV zertifizierte Schnappsbrennerei Die Machete! Unser persönlicher MacGyver Meine erste selbstgebaute Rattenfalle!

Der Weg zurück führte uns schließlich noch durch typische laotische Bergdörfer bei denen man nicht herumkam ständig ein Ticket fürs Freiluftmuseum kaufen zu wollen durch das man anscheinend gerade spazierte. Jeder schien eine andere Fertigkeit zu beherrschen, die er draußen auf einem Schemel sitzend vorzuführen schien. Doch nein. Es wäre ein Museum in unserer Welt. Bei ihnen ist es tatsächlicher Alltag.

Freiluftmuseum #1 A Schweinderl Das Dach muss erneuert werden. Alle 2 Jahre.

Und es war wieder soweit. Die nächste Busfahrt stand an, schließlich mussten wir nun von hier oben wieder irgendwie runter an die thailändische Grenze nach Houay Xai, den Grenzfluss passieren, durch die Grenzkontrollen kommen und von dort einen Mini-Bus nach Chiang Mai auf der thailändischen Seite erwischen. Und das an einem Tag. Ja, ab und an muss man sich auch mal wieder große Ziele setzen.

Die Busse wurden wieder größer!

Unser Trekkinganbieter hatte zufällig auch ein solches Luang Namtha - Chiang Mai - Komplettpaket im Angebot, von dem wir bis zum Schluss überzeugt waren, dass es sich um die derbste Touristenabzocke handeln muss bei der der Busfahrer einfach einer Ort irgendwo in nirgendwo als Endstation deklariert meilenweit von der thailändischen Grenze entfernt. Wir werden nie erfahren ob es tatsächlich so abgelaufen wäre, denn da wir im Vorfeld diesen Laoten mit unserer Tripadvisor-Schlecht-Bewertungs-Macht sowas von unter Druck gesetzt hatten hat bei uns dieser ganze Trip sensationell gut funktioniert, so dass wir sogar 1,5 Stunden eher als geplant in Chiang Mai angekommen sind.

Ja, wenn sie wollen, können sie schon diese Laoten…

18Januar
2014

Cambodia - Without Fear And Favour

Nach einem kurzen "Quasi-Transit-Stop" in Kuala Lumpur ging es nach zwei aufregenden Grosstadt-Tagen also weiter nach Kambodscha, genauer gesagt in den Nordwesten nach Siem Reap. Auch wenn die Wahl zwischen Nord- bzw. Südkambodscha als Startpunkt unserer Reise ganz klassisch mittels Schnick-Schnack-Schnuck entschieden wurde, war es letztlich die für uns absolut richtige Enscheidung, da man nicht gleich in die Slum-/Grossstadt Phnom Penh geworfen wird, sondern um einiges ländlicher beginnt.

Der Reishut geht einfach immer! Kuala Lumpur, Baby! Petronas Tower Chinatown - best place to eat! Even the Chinese laughed!

Auch diesmal hatten wir wieder den ominösen kostenlosen Flughafen-Abholservice vom Hostel gebucht, der bis jetzt noch nicht ein einziges Mal geklappt hatte. Entweder sie hatten es vergessen, sie waren einen Tag zu früh am Flughafen, der Fahrer war krank, das Auto kaputt... Doch nein, diesmal stand er da - ein kleiner Mann, strahlend wie ein Honigkuchenpferd und mit einem Schild mit den Namen Chip und Chap (Wir reisen gerne incognito). Hervorragend. Und da war sie also: unsere erste Tuk Tuk Fahrt, morgens um 7 Uhr durch ein gerade erwachendes Kambodscha. Was für eine grandiose Begrüssung.

Nach einem Tag zum aklimatisieren, ging es am nächsten Tag natürlich gleich nach Angkor Wat. Und natürlich schauen wir es uns nicht wie die restlichen 129736 Touristen am Tag an, nein, wir buchen die 5 Uhr - Sunrise - Tour! Mit der Begründung, dass die Tourbeschreibung so ein schönes Bild hatte. Ja, gehts noch. Im Tuk Tuk Konvoi ging es also zum Tempel, wo man dann mit 600 Touristen im Morast vor dem wunderschönen Tümpel stand und wartete. Die ganz hardcore Fotographen stellten sich sogar knietief in den Tümpel, doch irgendwann ist auch mal Schluss. Wir standen zwar nur in der 5. Reihe, aber umgeben von lauter Asiaten standen wir quasi doch irgendwie in der ersten Reihe. Jetzt nicht unbedingt ein Must-See-Tipp - ausser vielleicht auf Bali - aber zumindest ganz praktisch, da man zu einer erträglichen Temperatur die Besichtigung beginnen konnte.

Mit Führer ging es dann also 8 (!) Stunden auf der Small-Circle-Tour zu insgesamt 5 Tempeln. Mit das Beeindruckendste, das ich bisher gesehen habe und nein, der Reiseführer übertreibt hier nicht. Man kann dort wirklich Tage und Wochen verbringen.

Angkor What? Picture Picture Und die Zeitreise beginnt... Ja, es war furchtbar heiss!

Am nächsten Tag haben wir uns dann vormittags für einen Dollar pro Tag (inklusive Wasser und Karte) zwei Räder gemietet, um bisschen die Gegend zu erkunden. Hochmotiviert wollten wir also nur noch kurz in unserem 70 Meter entfernten Lieblingsfrühstücksspot was essen und dann aber gleich los, damit es noch schön kühl ist. Ha Ha. Nach drei Kaffee, zwei Shakes und vielen Reiseführerseiten hatten wir also die Mittagshitze erreicht, als uns so ein Radl-fanatischer Wiener den Tipp gab, 12 Kilometer einfach nur flussabwärts zu fahren und dann einfach nur 30 Minuten auf so einen Berg zu wandern, denn da oben, ja da hat man nen super Ausblick. Klasse! Wir bedankten uns ganz herzlich für den Tipp, faselten was von super Idee, sattelten unsere Räder, radleten aus seinem Blickfeld direkt wieder die 70 Meter zurück zur Rad-Verleih-Station, gaben die Räder ab, sprangen in ein Tuk Tuk und baten ihn uns einfach nur 12 Kilometer flussabwärts zu fahren und da dann einfach nur auf so nen Berg hoch, den da hätte man nen super Ausblick.

Tja, wärn wir mal geradelt. Der Tuk Tuk Fahrer fuhr uns nämlich zu einem völlig anderem Spot, wo wir auf einmal am 28 Kilometer entfernten Tonle-Sap See rauskamen und zu völlig überteuerten Touri-Preisen uns auf einem Miniboot zu den Stelzenhäusern wiederfanden. Wie das passieren konnte, ist uns immer noch ein Rätsel. Da wir aber auf der Tour weder von Bord gehen wollten um die zusätzliche im Reisepreis natürlich nicht beinhaltete Fahrt durch die Mangroven noch den Restaurantbesuch in Anspruch zu nehmen, wurd er aber fast schon pappig unser Kapitän, so dass unsere Tour ein schnelles Ende fand und wir als einziges Boot wieder Richtung Hafen fuhren. Da unser Tuk Tuk Fahrer aber schnell erkannte, dass jetzt Polen offen ist, hat er uns im Anschluss durch super tolle Local Villages gefahren mitten ins nirgendwo, wo wir auf einer 7 Meter hohen Buddha Statue den wohl schönsten Sonnenuntergang unsere Lebens gesehen haben. Na also, geht doch.

Beste Speisekarte ever!Tuk Tuk Time Tuk Tuk TimeFahrt durch local Villages Verkehrsmittel #1  Wie Venedig, nur besser! DER Sonnenuntergangsspot Good night, Cambodia!

Die meisten Reisenden starten nach Siem Reap meist gleich runter zur Haupstadt, wobei wir uns noch für einen Stop weiter im ländlichen Westen in Battambang entschieden haben. Eine Stadt die nichts kann (wie sich herausstellte) und die vor allem so gut wie NIE Touristen sieht. Sobald man einem westlichem Menschen begegnet grüsst man sich freudestrahlend wie typische Harley Davidson Fahrer. Als wir quasi innerlich schon beschlossen hatten gleich am nächsten Tag wieder abzufahren, schreit auf einmal jemand meinen Namen von hinten. Johnny und Markus aus Köln getroffen. Ja gibts denn das. Zur Feier des Tages und zur Feier, dass wir beide zm erstenmal seit 2 Wochen 24 Stunden Medikamentenfrei waren gönnten wir uns also alle noch einige Bier in nem local Pub und beschlossen uns morgen einen Tuk Tuk Fahrer zu mieten, der uns das tatsächliche kambodschanische Leben zeigen soll.

Mit Bernie ging es dann also erstmal zum Bamboo Train, der laut Reiseführer eigentlich seit 2012 bereits nicht mehr fahren durfte, wegen dringend notwendiger Reparaturarbeiten. Repariert wurde nix und er fährt immer noch, was uns dann doch etwas nachdenklich stimmte, als wir mit 35 km/h durch die Landschaft preschten. Sehr lustig.

Der ominoese Bamboo-Train Johnny, Markus, Christina und ich Gudde Laune!

Im Anschluss waren wir noch am local Fischmarkt, bei verschiedenen Handwerksfrauen, auf einer Hochzeit, wir haben Schlangen gekocht und Taranteln gesucht, einen Nachmittagsnap in Hängematten gemacht und eine Fledermaushöhle besucht, aus der jeden Tag exakt um 18 Uhr Hundertausende von Fledermäusen in Formation rausfliegen. Und ja es sind tatsächlich so viele. Unbeschreiblich. Nach einem gemeinsame Abendessen trennten sich dann aber leider viel zu schnell wieder unsere Wege, da die Jungs weiter nach Siem fuhren und wir den Bus runter nach Phnom Penh nahmen.

Fischmarkt Auf keinen Fall den Boden genauer betrachten! Typical Cambodian Landscape Rasthaus auf dem Weg - Gericht des Tages: Snakes Fledermaus Konvoi

Und da war es dann, das Kambodscha, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Während die erste Häusezeile noch aus relativ gut aussehnden Holz-/Steinhäuser besteht, beginnen gleich dahinter die schlimmsten Slums. Die Luftverschmutzmg ist so arg, dass man kaum atmen kann, es stinkt überall ganz fürchterlich nach Fäkalien und der Verkehr ist noch 10x schlimmer als in Indo. Um den Schock dann noch zu verstärken besuchten wir am nächsten Tag noch die Killing Fields und das S21 Gefängnis. Je länger man in Kambodscha ist, desto mehr verseht man, dass die grausame Geschichte dieses Landes noch längst nicht aufgearbeitet ist. Seien es der Genozid durch Paul Pott, das Bombardement während des Vietnam Krieges und das unglaubliche andauernde Mienenproblem oder die Korruption und Gewaltbereitschaft des neuen alten Khmer Regimes, das immer noch die Zügel der Macht hat.

So wollen wir Phnom Penh in Erinnerung behalten Next Stop: Laos!

"Cambodian News - without Fear and Favour" ist der Slogan der Tageszeitung.

"Wirklich?" fragen wir uns nach dieser Reise...

03Januar
2014

It’s time to move on!

Nach vier Monaten, 4800 Kilometern, fünf Reifenpannen, einem verlorenen Auspuff, zwei kaputten Rückspiegeln, 17 ins Koma versetzten Kröten, drei überfahrenen Ratten, einem am Ohr kaschierten Straßenhund, 10+X „Augen zu und Aaaaaaaah-Situationen“ aber NULL Unfällen (!) hieß es Abschied nehmen von meinem wohl treuesten Begleiter hier auf Bali:

Günther - dem Allrounder unter den Motos!

Er fürchtete sich nicht vor Schlaglöchern, die großer waren als er selbst, schwamm mich stets sicher durch reisende Bäche, schämte sich nicht für mein oftmals lautes Geträller während der Fahrt und setzte meinem Geschimpfe immer noch den letzten Huper auf!

Wie ich ihn vermissen werde!

Was ich ebenfalls vermissen werde sind die stoische Gelassenheit, die man sich hier aneignen musste und die man leider in Deutschland wieder ein Stück weit verliert, in drei Minuten am Meer zu sein, das ständige Hupen mit und ohne Grund, mit nem Bintang am Strand zu sitzen, bei Live-Musik den Sonnenuntergang zu beobachten und dabei immer jemanden zu treffen, den man kennt, meine gleichgesinnte Frühstücks-Fanatikerin Frida, die mit mir alle Frühstücks-Hotspots der Insel entdeckt und erkundet hat, Regencapes – die so viel cooler als Schirme sind, die Kneipe Bali Buda als unser Wohnzimmer, in dem man sich zum Essen, Frucht-Shake-trinken oder einfach nur zum Mandalas-Malen traf, Schlagloch-Slalom, meine ultimatives Yoga-Studio inklusive der vermutlich am schlechtesten-Englisch-sprechenden aber besten Yoga-Lehrerin aller Zeiten, das wunderbare Lächeln der Balinesen und vier Monate keine Socken getragen zu haben.

Unsere letzten Tage hier auf Bali hatten es aber nochmal an sich - schließlich kam endlich mein langersehnter Besuch „aus der kölner Heimat“. Naja, fast. Flo kam aus Südkorea, Christina aus Lyon, Daniel aus Indien, Nici aus Linz und Kati aus Paris. Jetsetter nennt man das wohl heutzutage.  

Chaoscrew

Nach drei Tagen Dauerregen war die Stimmung der Neuankömmlinge allerdings schnell am Boden, so dass es Zeit für das Abenteuer-Bespaßungsprogramm war: Erster Stop Tanah Lot, der berühmteste Wassertempel. Der Tempel an sich ist im Grunde nicht sonderlich spektakulär, aber das Star-Gefühl, das er einem vermittelt, umso mehr. Kaum erreicht man den schönsten Ausblickspot stellen sich plötzlich unzählige Japanerinnen „unauffällig“ ganz nah an einen, während der Ehemann versucht klammheimlich ein Foto von seiner Frau und den sonderbaren weißen Gestalten (uns) zu machen. Nachdem man dieses Treiben dann einige Minuten ungläubig beobachtet hat und man einfach fragt, ob sie ein Foto mit uns machen wollen, dauert es nur Millisekunden bis man von einer riesen Menschentraube umgeben ist und ein Blitzlichtgewitter von Hunderten von Iphones, Ipads und Kameras startet. Ja, da ist der heilige Tempel schnell vergessen. 

Als zweiter Stop ging es dann noch zum Rafting mitten im Dschungel von Bali. Herrlich. Während wir auf der ersten Etappe eher die Landschaft beobachteten als auf die King-Julien Anweisungen „Bom Bom, Back Back, Move Move“ unsere Führers zu hören, was ihn wiederrum nahe an einen Kollaps brachte, hagelte es auf der zweiten Etappe nur so von Bom Boms und Move Moves, so dass wir wie die verrückten padelten und nur so durch die Landschaft rauschten, während Putu selbst locker lässig hinten im Boot hing. Diese Balinesen. Auch wenn es nur eine halb-Tagestour war, war daher den restlichen Tag nichts mehr mit uns anzufangen. Alle ruhig gestellt, klasse.

Was habt ihr so zwischen den Feiertagen gemacht? Die Helme sassen super!

Über Silvester sind wir dann noch in eine schniecke Villa in Strandnähe gezogen. Nachdem wir uns dort alle zum essen und vortrinken getroffen hatten ging es dann bei strömenden Regen noch weiter an den Strand.

Man goennt sich ja sonst nichts Und es regnete und regnete und Wir versuchten alles um die Laune oben zu alten

Die Beachparty fand schließlich trotzdem statt, dem Regen trotzend tanzten also wir bis die Beine schmerzten, gönnten uns ein Bad in voller Montur im Meer (schließlich meinte Claudi, dass das das tollste ist, was sie seit langem getan hat – und naiv wie wir sind haben wir das natürlich geglaubt), noch nässer und nun auch noch mit Sand überall tanzten wir dann zugig Richtung Heimat und gönnten uns noch ein wärmendes Bad in voller Montur in unserem Pool. Verrückter Abend. Toller Abend.

More crazy than ever! Beachparty? Nass bis auf den Schluepper

Ja nun nun, beginnt sie endlich – die Reise. Wir verabschieden uns zunächst nach Kuala Lumpur für zwei Tage und dann geht es weiter nach Kambodscha.

Da Nici nun meinen Laptop mit zurück in die Heimat nimmt und wir nun in das Backpacker-Leben ohne Internet und Handy, sondern mit Hängematte und Buch starten, werde ich versuchen ganz oldschool mal im Internetcafe was von mir hören zu lassen!

Fühlt euch alle gedrückt! 

21Dezember
2013

Gratulation, welcher Titel darf‘s denn sein?

Wer mag es glauben, aber unsere Zeit an der balinesischen Kaderschmiede UNUD kam tatsächlich zu einem Ende. Krönenden Abschluss unserer hochkarätigen 12-wöchigen Ausbildung bildete eindeutig unsere „Graduation-Ceremony“ am letzten Uni-Tag.

Nach den am Vormittag noch absolvierten letzten Klausuren, gab es mittags erstmal eine ordentliche Stärkung, um die anschließende Veranstaltung überhaupt überstehen zu können. Reis mit Gemüse und hunderten von Ameisen on Top („It’s always like that in rainy season“) und flüssigem Eis („Weda, how long is it liquid already?“ „Hm, few days maybe? But still good!“).

Mit knurrenden Mägen betraten wir also die Aula, in der wir von einer 3-köpfigen Keyboard-Karaoke-Band mit Durchschnittsalter 95 begrüßt wurden, die aussahen, als ob sie gerade aus einem Seniorenheim in Florida entsprungen waren und uns passenderweise mit dem Schlager „I will survive“ begrüßten.

Um dem Ganzen doch noch eine offizielle Note einzuhauchen, schlüpften wir also in unsere Baumwoll-Toga und ließen das Grauen stoisch über uns ergehen. Vor Schweiß triefend nahmen wir feierlich unsere Zeugnisse entgegen – wobei „unsere“ hier breiter gefasst wurde. Ab Person drei war nämlich ein Wurm in der Reihenfolge der schön vorbereiteten Zeugnismappen, so dass jeder das Zeugnis von irgendjemand anderem feierlich überreicht bekam und das wilde Hin- und Hertauschen im direkten Anschluss wirklich das allerletzte Fünkchen „Feierlickeit“ dieser Veranstaltung entzog. Nach einigen tausend „Picture Picture“ Aufnahmen von einem hochoffiziellen Fotographen sehnten wir das Ende wirklich mehr als herbei, doch das Highlight kommt wie immer zum Schluss, nicht wahr. Wie Furien rissen also auf einmal unsere Professoren der 73-jährigen Sängerin das Mikro aus der Hand und gaben einer nach dem anderen seinen Lieblingshit zum Besten. Von „LaBama“ über „Ebony and Ivory“ war alles dabei. Spätestens da wusste man nicht mehr, ob man weinen oder lachen sollte.

Die Band! Höchstoffizielle Zeugnisübergabe Picture Picture Graduation   Best Teacher Ever! Logistik Kurs macht

Um dieses Grauen für immer vollends aus dem Gedächtnis zu löschen, luden Marius & Co an diesem Abend Gott sei Dank noch zur Farewell Party bei Ihnen in der Villa, die Letzten Endes für einen wirklich grandiosen Abschluss sorgte.

Bintang Time  

Am nächsten Tag versammelte sich dann mein fünf-köpfiger Logistik Schwerpunkt noch in Kuta, wo wir unseren Lehrer Putu und seine Familie zum Essen in ein deutsches Restaurant einluden. Auch wenn es zum ersten Mal seit vier Monaten Schnitzel gab, war das Highlight aber dennoch Putus Sohn Arlan, um den Julian und ich uns rissen.

Babyboy Arlan, Uncle Julian, Aunt Frida and Lisa

Nach den ganzen Abschieden blieb den meisten dann noch eine letzte Uni-Freie-Woche, die es natürlich auszukosten galt. Leichter gesagt als getan, denn viele Villen waren ab Tag Eins dieser Woche von der Außenwelt abgeschottet, da die Roller so weit im Wasser standen, dass sie meist nicht mal mehr ansprangen. Mit zahlreichen Skype-Calls von Villa zu Villa versuchten wir also die Stimmung oben zu halten, was nur mäßig gelang, denn sogar die Massage Studios waren geschlossen und die Damen weigerten sich doch tatsächlich Hausbesuche zu machen. Der Tiefpunkt war erreicht.

Street-Rafting

Doch irgendwann war es einfach an der Zeit zu handeln. Der 75-Minuten-entfernte Finns Beach Club sollte das Ziel sein, denn da unten im fernen Süden, ja da sollte es sie ab un an noch geben: Die Sonne.

8 Uhr Abfahrt, denn unsere akkuraten Wetteraufzeichnungen ergaben, dass es meist eine Trockenperiode von 8.00 - 09.30 Uhr gibt. Nicht an diesem Tag. Nass bis auf die Knochen kamen wir also nach 3! Stunden Fahrtzeit an der Pforte des Beachclubs an und von Sonne keine Spur. „Das wird“ meinte Kathrin nur und legte sich also mit Regenponcho und Helm auf die Strandliege. Und tatsächlich, sie hatte Recht!

Unser Glück kaum fassend stürzten wir uns binnen Sekunden in die Wellen, die rote Fahne und High-Tide-Tafel natürlich völlig ignorierend. Innerhalb von einer Millisekunde zog es uns also die Beine weg und ich sah noch Kathrins Bikini Oberteil an der Oberfläche schwimmen, als auch ich Vollkaracho und ohne Bikini Oberteil zurück an den Strand gespült wurde. Etwas peinlich berührt sammelten wir uns also wieder und schlappten zurück Richtung Liege. Von da an nutzen wir die Stranddusche um uns abzukühlen….

Heaven On Earth N Plätzchen wär noch frei

Ab morgen heißt es aber dan wieder mehr Ernsthaftigkeit bitte, denn dann kommen die Kölner und die sollen ja nicht glauben, dass hier alles nur LariFari ist....

04Dezember
2013

Don't mess with Singapore!

Da mein Entwicklungsland-Visum auslief und ich daher kurz das Land verlassen musste, haben wir uns für einen Kurztrip nach Singapur entschieden. Während wir hier im Müll ersticken ist dort sogar Kaugummi-Kauen verboten. Was für eine Erholung? Was für eine Umstellung?

Geringfügige Bauarbeiten am Flughafen Bali

Jeanett hatten wir diesmal zuhause gelassen Unschuldig, so dass wir wirklich nur mit dem Nötigsten bepackt losstarteten um unseren gemischten 6er Schlafsaal im Hostel mit Etagenduschen mitten in Chinatown zu beziehen! Backpacker wie aus dem Bilderbuch. Endlich!

Auch hier wurden wir allerdings von sintflutartigen Regenfällen begrüßt (muss wohl so ein asiatisches Ding sein), von denen sich Bali jedoch noch eine Scheibe abschneiden kann. Großstadt eben. 

Welcome to Singapore! Suchen Sie den Fehler im linken Bild!

Nichtsdestotrotz starteten wir Bali-Style in FlipFlops, Batik-Röcken und Jutebeutel also los zur Stadtbesichtigung, schließlich hatten wir nur drei Tage und viel vor!

Jegliche Scham auf Bali anscheinend verloren schlappten wir vor Nässe triefend also durch das schickste Viertel Singapurs, machten hunderte von Fotos mit Christbäumen in den auf hochglanzpolierten Foyers der Bankentower und gönnten uns im teuersten Hotel einen Cappuccino für 8 Euro. Dieser Spaß gipfelte schließlich im Spontanbesuch (Ui guck mal ein Casino. Da is bestimmt trocken drin) des Casinos im Marina Bay in dem wir letztlich wie die letzten Penner aber stolz wie Bolle am Roulette Tisch standen und ganz lässig aus dem Handgelenk 5 Dollar auf Rot setzten. Als allerdings der Typ neben uns ebenfalls ganz lässig aus dem Handgelenk 10.000 Dollar auf Schwarz setzte und gewann wussten wir, dass es Zeit war zu gehen.

Pah. Das bisschen Regen! Ja, der Blitz war an!

Da wir unser Tagesbudget zu diesem Zeitpunkt bereits weit überschritten hatten, trafen wir uns abends mit Freya und ein paar Freunden (machen gerade Praktikum bei Siemens) in einem typischen Hawker mitten in Chinatown zum Essen. Hawker sind riesige Fressmeilen mit einem Essensstand neben dem anderen zu unschlagbar günstigen Preisen. Keine Ahnung, was wir da letztlich gegessen hatten, aber es war furchtbar lecker. Da dort auch das Bier für Singapur-Verhältnisse unschlagbar günstig ist (nur 7 Dollar pro Flasche!), starteten wir dort also unseren ersten Abend in Singapur der auf der Riverside Bridge (The-Place-To-Be für alle zukünftigen Singapurreisenden!) mit vielen weiteren Kiosk-Bieren und vielen neuen Backpacker-Bekanntschaften gegen Sonnenaufgang (The-Place-To-Be für alle Sonnenaufgangfans!) endete.

Riverside Bridge!

Leicht verkatert realisierten wir am nächsten Tag dann allerdings leidvoll, dass das Leben in Singapur doch nicht so rosig ist wie angenommen. Kaugummi-Kauen-Verbot, okay, verstehe ich. Skateboard-Verbot, okay, verstehe ich auch noch. Aber sich einfach mal so auf den Bordstein setzen. Todsünde. Sich auf die Wiese im Park legen? 50 Dollar Strafe. Stattdessen bitte nur auf die quadratische Kunstrasenfläche mitten im Park. Ein Segen sind allerdings die Durian-Frucht-Verbotsschilder. Diese Dinger stinken nämlich sowas von abscheulich, dass man sie wirklich nirgends mithinnehmen darf. Nicht in den Bus. Nicht in die Bahn. Nicht in die Fußgängerzone. Sowieso nicht in Geschäfte. In kein Restaurant. Nur an eine Stelle darf man sie mitnehmen. In das Singapur Art Museum. Just in dem Moment als wir nämlich unsere Tickets über den Schalter gereicht bekommen, stellt sich doch tatsächlich eine Dame mit Durian neben uns und holt sich ihr Ticket für die Ausstellung. Einmal kein Verbotsschild und dann bringen die tatsächlich ne Durian mit ins Museum. Ja ist denn das zu glauben!

Don't mess with Singapore! Der Typ links war zum Schluss nicht mehr so entspannt! Art Museum - Check!  Das ist das Ding!

Gegen Abend sind wir dann alle im arabischen Viertel bei Straßenfest und Livemusik versumpft, nachdem wir in einer 100-Jahre-alten-Institution arabisch gegessen hatten. Ich hab wieder keine Ahnung was es war, aber auch das war furchtbar lecker.

Arab Street und Little India Chinatown!

Auch wenn jeder im Vorfeld behauptete, drei Tage reichen für Singapur locker, können wir einstimmig sagen: Niemals. Worin wir uns allerdings einig sind ist: Singapur ist alles, nur nicht Asien! 

Marina Bay Sands - nicht der Infinity Pool aber immerhin die Bar!

16November
2013

Diese Balinesen!

Ja, diese Balinesen! So sehr man sie auch ins Herz geschlossen hat, aber bei vielen Dingen steht man auch nach drei Monaten noch ungläubig da und fragt sich im Stillen ob das jetzt wirklich ihr Ernst ist..

Beginnen wir mit dem Verkehr. Egal, was man hier auf Bali macht – Surfen mit Haien, Tauchen ohne Sauerstoff, von Klippen springen, selbst gebrannten Schnaps trinken – alles überhaupt kein Problem, aber sobald man erwähnt, dass man hier seit drei Monaten Roller fährt, schauen sie einen mit riesen Augen an und geben einem zu verstehen, dass das wohl das Verrückteste und Gefährlichste ist, dass sie seit langem gehört haben. Hm. Aber sofern man die Regeln verstanden hat, schwimmt man eigentlich gut mit.

Regel #1: LKW sticht Auto, Auto sticht Roller, Roller sticht Straßenhund.

Regel #2: Survive!

Links abbiegen geht immer – egal ob rot oder grün – losfahren darf man 5-7 Sekunden bevor es grün wird (die Ampel zählt hier so „schön“ von 120 Sekunden runter) und noch fahren darf man 10-20 Sekunden nachdem es rot wurde. Außer man hat es eilig oder transportiert gerade Dinge wie Fernseher, Kühlschränke, Couchen auf dem Roller -  dann darf man immer fahren.

Vor allem an 7-fachen-Sternkreuzungen immer wieder ein Fest!


Doch das ist längst noch nicht alles. Trotz glühender Hitze fährt der typische Balinese grundsätzlich immer (!) mit langer Hose, Wollsocken in den Flipflops, Langarmshirt, Jacke, Wollhandschuhen (bloß nicht braun werden!) und ohne Helm mit mindestens 3-5 weiteren Personen auf seinem Roller, wobei er grundsätzlich immer (!) mit einer Hand noch eine SMS schreibt und aufpasst, dass der Hund (der vorne auf dem Trittbrett mitfährt) an der Ampel nicht zum Hund auf dem Nachbartrittbrett abhaut.

Doch auch wenn man das Rollerfahren überleben sollte, braucht man spätestens mit 30 eine neue Lunge. Allerspätestens wenn der LKW resp. Auto resp. Roller nämlich vor einem kuppelt und eine überdimensional große Rußwolke die 3475 Roller dahinter verschlingt, wünscht man sich deutsche Großstadtluft herbei. Von Landluft nicht zu reden.

Wörter wie Müllabfuhr, Recycling, Mülleimer, Kläranlage, Abwassersystem – noch nie gehört. Stattdessen wird der Müll wild in die Landschaft gepfeffert, die ganz vorbildlichen (?) Dörfer verbrennen diesen wenigstens und die Leute aus der Gegend um Kuta bringen ihren Müll mit einer Art Gig (zu Fuß ziehend als Geisterfahrer auf dem Highway) nach Südbali unter eine Brücke, wo er dann geschlossen, offiziell und legal von der Regierung verbrannt wird. Alles! Inklusive Plastik versteht sich. Auf diese Brücke verirren sich aber so gut wie keine Touristen, nur ein paar wahnsinnige Studenten nehmen diesen Weg zur Uni und dann heißt es durch durch die riesen Rauchwolke und 45 Sekunden Luft anhalten. Bringt sicherlich nichts, aber wir fühlen uns damit besser.

Parkähnliche Grünanlage  Noch freier Eckstellplatz mitten auf'm Kunstmarkt. Jemand Interesse?

Plastik. Einfach überall. Unmengen. Auch wenn man in einem Laden nichts kauft, die Frage „Plastic bag?“ kommt gefühlt immer. Auch der Opa wird mitterlweile in Plastik verpackt. Ich habe letztens eine Zeremonie miterlebt, bei der die geweihte Asche der verstorbenen Person dann im letzten Schritt im Meer verstreut wird. Von wegen Palmenblätter und so. Opi und die Opfergaben waren wasserdicht in Plastiktüten verpackt und wurden zusammen mit der Plastikschüssel (in der Opi zum Meer getragen wurde) ins Wasser geworfen und er schwamm und schwamm und schwamm. Meine etwas kritische Anmerkung, was das soll, da sich Plastik nie zersetzt und Opi somit nie seine letzte Reise antreten wird, da er für immer im Meer rumtuckern wird, fanden sie allerdings nicht so gut.

Um sich reinzuwaschen für die Zeremonie haben sie sich dann alle zuvor noch brav das Gesicht in dem kleinen „Fluss“ gewaschen der wie aus dem Nichts am Ende der Straße entsprang und über den Strand ins Meer floß. Was das wohl sein mag. Vor allem am Strand von Kuta findet sich circa alle 100 Meter so ein Flüsschen, manchmal kombiniert mit einem langen Rohr, das ins Meer geht und dort dann abrupt endet. Hm. Aber am besten finde ich immer noch die ranzigen Tanklaster, die auf einmal neben den Strandliegen auftauchen, einen Schlauch anschließen und dann abpumpen! Mein Favorit. Nein stimmt nicht. Mein Favorit war der australische Tourist, der mir ganz cool erklärte, der Tanklastfahrer hätte ihm letztens versichert, die nehmen da nur Wasserproben mit dem Schlauch. Was soll man sagen.

Keine Sorge, wir nehmen hier nur Wasserproben!

Doch auch sonst gehen die Uhren hier einfach anders, denn das gesamte Leben läuft schlicht in Slooooow-Motion ab. Für so Späße wie bspw. Tanken muss man zwischen 15-45 Minuten einplanen. Man quetscht sich irgendwo in die 127-Roller-umfassende-Traube um die drei Männer von der Tankstelle (einer setzt die Tankanzeige auf 0, einer tankt, einer kassiert) und hofft, dass nach der 45 Minuten-Anstellzeit noch Sprit vorhanden ist. Ganz oft heißt es dann aber zwei Roller vor einem: Maahaf jaaa, but no petrol. Come back tomorrow!). Auch immer wieder gut: Wäsche zur Wäschefrau bringen. Die zählt dann mit einer Hingabe 9 mal die Wäscheteile und rechnet dann mit dem Taschenrechner circa 18 mal den Endpreis aus. Einzuplanende Zeit: 15-30 Minuten.

Möge der Stärkere gewinnen!

Ach und ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass hier natürlich niemand jemals auch nur eine einzige Fahrstunde genommen hat. Fahrstunde inklusive Prüfung würde 200.000 kosten. Für 250.000 (umgerechnet 3 Euro mehr) stellt einem der nette Beamte aber einfach so den Führerschein aus.

Viva la corrupción!

08November
2013

More News To Follow!

Die Muse. Diese Muse. Wo ist sie nur? Morgen verabschieden wir uns aber mal wieder in unser geliebtes Mango Hostel nach Ubud und spätestens dann gibt es wieder was zu lesen!

Bis dahin mal ein kurzes Video, das Ivo und Jules gedreht haben, über unser Leben hier auf Bali. Natürlich nur ein Abriss, sie haben nämlich die Uni vergessen, wie ihnen danach aufgefallen ist. Hm. Warum nur.

http://vimeo.com/77490486

28Oktober
2013

Der Norden - ein "Must-See"

Nachdem wir im Vorfeld meinen Reiseführer fleißig studiert hatten, standen die groben Eckpfeiler für unsere 1-wöchige Nordtour in etwa fest, allerdings glaubten wir aufgrund der unzähligen „Must-See/Geheimtipps “ der Autoren kaum in einer Woche schon wieder zurück zu sein.

Offiziell 400 km - wir schaffens in 600 km

Mit unseren riesen Backpacks auf dem Rücken dauerte es zwar einige Zeit bis wir Sonntagmorgen zu einer fast schon unmenschlichen Zeit unsere optimale Reiseposition auf unseren Rollern erreicht hatten, aber als wir uns dann endlich in Bewegung gesetzt hatten, konnte uns nichts und niemand mehr stoppen. Dieser Trugschluss hielt genau 42 Minuten an – bis zur ersten Reifenpanne. Kein Problem, das ist im Nu gefixt und wie es der Zufall so wollte standen wir direkt vor einem Bengkel aka einem ranzigen Schrottplatz, der behauptet eine Roller-Werkstatt zu sein. Klasse, also rein da, Problem mit Händen und Füßen erklärt und in die lässige Waiting-Area neben/zwischen/auf die Hähne gesetzt. “Das ging total fix, nach 10 Minuten konnte ich schon wieder weiterfahren“ meinte Dori damals nach ihrer Reifenpanne zu mir. Hm, interessant. Bei uns dauerte es schon allein 10 Minuten bis die 12-jährigen top-ausgebildeten Fach-Mechaniker den Rollerständer gefunden hatten. Aufgrund von fehlendem Werkzeug (sie hatten lediglich eine Zange mit der sie versuchten meine Rad-Schrauben auf- und vor allem wieder zuzudrehen (!), der Tatsache, dass wir vermutlich die einzigen Touristinnen jemals in diesem Laden waren und die beiden aus dem Kichern daher nicht mehr rauskamen und sich unsere Notlage im Ort sehr schnell rumgesprochen hatte, so dass irgendwann sogar der Bürgermeister vorbeikam um uns zu begrüßen, dauerte es geschlagene 1,5 Stunden bis wir wieder vom Hof rollten. Recht viel schneller wurden wir auch nicht mehr, denn ich war mir tausendprozentig sicher, dass ich jeden Moment mein Rad verlieren würde.

  Hochqualifiziertes Fachpersonal!

Dem Zeitplan nun etwas hinterher hinkend ging es an der Küste dann weiter bis Pulukan, wo wir uns nach einer kurzen Stärkung aufmachten in den Dschungel – einmal quer durch die Insel bis in den Norden. „Die schönste Strecke Balis – quer durch Nelken-, Chilli- und Reisplantagen – ein Must-See!“ Links und rechts nur Gestrüpp, Schlaglöcher soweit das Auge reicht. „Wie wachsen denn eigentlich Nelken?“ Berechtigte Frage, also erstmal gegoogelt um sicher zu gehen, dass wir nicht einfach an diesen Dingern vorbeirauschen. Doch nein. Keine Nelken. Stattdessen ein sintflutartiger Regenbruch der wie aus dem Nichts kam (wieder einmal!) und wir diesmal trotz sofortigem Stop und Unterstellen in einem verlassenen Straßen-Warung dennoch wieder Nass bis auf den Schlüpper waren. Etwas zugig, aber zumindest wären wir nicht verhungert. Die Gasflasche inklusive Wok, ein Schneidebrett aus dem Jahr 1821 und ein Messer waren noch da und da es relativ trocken war, gesellten sich zu uns 1 Hahn, 4 Hennen, 2 Hasen, 1 Hund und 3 Geckos. Da hätte man schon was Gutes draus zaubern können. Während ich die Situation doch recht lustig fand, war Jeanett kurz vorm Nervenzusammenbruch, da sie weder Nässe, noch Dreck noch Tiere ertragen kann. Gute Kombi in einem Entwicklungsland zur Monsunzeit. Nachdem ich sie circa 20 Minuten damit beschäftigen konnte Fotos zu machen und ihr dann glaubhaft verklickern wollte, dass es jetzt ja schon weniger regnet (not) saßen wir da also eine Stunde fest, bis es tatsächlich „aufhörte“ zu regnen und die Weiterfahrt wieder aufgenommen werden konnte.

   Man merkt kaum, wie wahnsinnig sie mich machte! Guude Laune

Nach 2 Stunden nur bergauf kamen dann aber die ersten Zweifel auf (wir hatten die ganze Strecke mit nur maximal 3 Stunden angesetzt), ob wir es noch vor Sonnenuntergang bis zur Küste schaffen und – ob wir überhaupt richtig sind, denn dass sich die Leute freuen blonde Touristinnen zu sehen, das wussten wir ja bereits, aber in diesen Bergdörfern fragten wir uns, ob die jemals schon einen einzigen Touristen hier entlangfahren haben sehen, denn in jedem Dorf bildete sich im Nu eine riesige Menschentraube um uns rum, jeder klopfte jeden aus dem Haus, um sich dieses Phänomen – Touristen hier bei ihnen im Dorf – nicht entgehen zu lassen.

  Bergstraße Pulukan bis Lovina Ein wirkliches Must-See Und da hatten sie uns wieder entdeckt

Doch irgendwann kam sie dann die Spitze, es ging bergab. Und zwar in einer Steigung, dass trotz langsamen Bremsen mit der Hinterradbremse, stets der Arsch vom Roller nach oben ging und unsere Backpacks uns so nach Vorne gegen das Lenkrad drückten, dass wir beide damit rechneten nach dem nächsten Schlagloch eine zertrümmerte Kniescheibe zu haben. Oder zwei. Es kann nicht schlimmer kommen. Falsch. Nachdem uns fast ein 2-Meter-breiter LKW mit 50-Sachen auf der 2,10-Meter breiten Straße entgegenschoss und uns „leicht“ kaschierte (aka Spiegel ab), löste sich später noch mein Auspuff und meine Hinterradbremse versagte. Halleluja. Doch es ging noch weiter. Wir hatten uns verfranzt und sind zufällig mitten in die Hochzeitsvorbereitungen vom Sohn vom Bruder vom König von Ubud oder so geplatzt, der uns gleichmal eingeladen hat, doch hier zu bleiben und mitzufeiern. Ja mega! Nichts so mega fand es allerdings Jeanett, die hatte nämlich weder ihr 3-Liter-Sagrotan-Spray noch ihr alles-tötendes-Hit-Spray dabei und hätte daher lieber im Sitzen auf ihrem Roller geschlafen als diese Lehmhütte zu betreten. Also bedankten wir uns ganz herzlich, faselten irgendwas von sorry, aber Hotel schon reserviert und suchten den Weg zurück in die Zivilisation. Da der Sohn vom Bruder vom König von Ubud aber ein ganz schlauer und netter ist, erkannte er sofort, dass wir niemals hier raus finden würden und fuhr daher satte 60 Minuten mitm Auto vor unseren Rollern her und zeigte uns den Weg zurück zur Hauptstraße. Man. Diese Balinesen, zum knutschen.

Wir erreichten also tatsächlich noch bei Tageslicht die wirklich coole Bambushütten-Pension an der Küste, die allerdings leider schon „in der Winterpause“ war. Quasi eine Geisterpension. Auch wenn hier keiner mehr war, sah es noch sehr bewohnt aus, die Hütten waren offen, die Betten bezogen, die Hängemattem hingen bereit. Also warum nicht hier bleiben? Schlafsack hatten wir ja dabei. Doch auch von diesem zweiten „wahnsinnigen“ (?) Vorschlag war Jeanett nicht wirklich angetan, so dass wir noch gefühlte Stunden weiterfuhren, bis wir ein Hotel gefunden hatte, dass ihren Ansprüchen gerecht wurde. Man man man.

Wir hatten es also doch tatsächlich in einem Tag bis hoch in den Norden geschafft und sollten uns nun an einem der schönsten Strände Balis – Lovina - befinden. Naja. Nachdem das mit dem Baden hier also nix wurde, ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Westen zum Nationalpark.

Schönster Strand von Lovina

Schönen Homestay entdeckt, bisschen zwischen Mango-Bäumen rumgehangen und dann ab in den Nationalpark. Oder zumindest erst mal zum Bali Tower. Mitten im Nationalpark haben die verrückten Balinesen so ein 5 Sterne Safari-Resort gebaut, wo man völlig verstreut in irgendwelchen Hütten wohnt und von wilden Tieren (?) umgeben ist und daher nichts zu Fuß laufen soll, sondern sich mit diesen verrückten Hoch-Sitz-Autos rumkutschieren lassen soll. Dennoch sitzen alle Touristen hier mit typischer Kaki-Safari-Hose und Sonnenhut im Restaurant, auch wenn sie keinen einzigen Meter zu Fuß laufen. Sehr lustig. Wir also mit unseren Tief-Sitz-Rollern und ohne Kaki Hose an die Pforte mit der Bitte um Einlass, da wir gerne zum Bali Tower würden. Völlig perplex und überfordert gewährte man uns dennoch nach kurzer Diskussion Einlass und faselte noch irgendwas von „it’s just around the corner on the left hand side“. Nach circa 20 Minuten, keinem einzigen entdeckten Tier und einer Straße, bei der wir jeden Moment mit einem Platten rechneten erreichten wir dann also endlich den Bali Tower. Und der war wirklich grandios. Gehörte mit zu dem Hotel, war 25 Meter hoch und man hatte einen Ausblick über den ganzen Park bis rüber nach Java. Toll!  Das sollte aber dann auch schon das einzige Highlight im Nationalpark bleiben.

  Hängematten- die eindeutig beste Erfindung aller Zeiten Hoch- vs. Tief-Sitz Straße?  Der Bali Tower Ausblick vom Bali Tower

Auf dem Weg zurück kamen wir dann noch bei der „Must-See“ Holy Spring vorbei, die dann aber doch etwas enttäuschend war. Aber hey, für nur 1,20 Euro hätte man den ganzen Tag darin plantschen dürfen!

  Anybody wanna go swim?

Hochmotiviert startete ich dann am nächsten Morgen mit meinem privaten Führer Putu (wie gesagt, hier im Norden gibt es nicht viele Touristen) zum 2-Stunden-Trecking in den Park. Das Trecking bestand dann allerdings zu 1/3 aus einfach nur Dasitzen und Affen beobachten, 1/3 aus Schaukeln auf einer Liane (sehr cool!) und 1/3 aus langsamen Schlendern.

Schlendern am Ufer Putu und ich

 

Um 9 war ich also wieder am Hotel, hab Jeanett aus dem Bett getrommelt und uns Schnorchel-Equipment klar gemacht.  Wie sollte es anders  sein ein „Must-See“ Tipp! Also rein ins Wasser, unter dem 10-meter-langen-Plastiktüten-Teppich durchgetaucht und losgeschnorchelt...weiter und weiter und weiter.. ui eine Koralle! Ja, diese Dynamitfischerei hat einfach alles platt gemacht. Wär hätte damit auch schon rechnen können.

Ja, passt! Go!

Nachdem wir dann alle „Must-Sees“ durch hatten und uns auch kein Einheimischer mehr einen Tipp geben konnte, was man hier denn noch anschauen könnte, haben wir einen Tag eher als geplant wieder unsere Roller gesattelt und sind zurück nach Lovina getuckert. Da gab‘s dann diesmal eine wirklich tolle Holy-Spring sowie den einzigen buddhistischen Tempel auf Bali.

  Holy Spring #2 Buddhistischer Tempel Sicherlich sehr weise Sprüche auf dem Weg nach Innen

Am nächsten Tag dann auf dem Weg in unsere Lieblingsstadt Ubud noch die „Must-See“ Gitgit-Wasserfälle mitgenommen, wunderschöne (?) Bergseen entdeckt und durch Zufall das berühmte Strawberry-Village passiert. Überall Erdbeeren. Überall! -  Hieß es. Also war für mich klar, dass auch die Häuser in Erdbeerform sind und alle Bewohner in Ganz-Körper-Erdbeer-Kostümen rumlaufen. Wie es sich in einem richtigen Strawberry-Village eben gehört. Und ich kann euch sagen, es war nicht so.  Man was für eine Enttäuschung.

  Gitgit-40-Meter-Wasserfall Jeanett und ichBergsee

In Ubud gings dann erstmal wieder zu unserem „Stamm-Italiener“ und dann auf Hotel-Suche. Je öfter man da ist, desto mehr verliebt man sich in diese Stadt, nicht umsonst wurde sie von der New York Times zur „Besten Stadt Asiens“ gewählt. Wie Köln nur eben in Asien Lächelnd Während Jeanett im Hotel bei Aircon unterm Mosquitonetz lag und MTV geguckt hat,  bin ich die Stadt zu Fuß abgelaufen, ein Cafe süßer als das andere entdeckt und einige coole Leute kennengelernt. Unter anderem Forbes aus Kanada, der zufällig am nächsten Abend eine BBQ-Party mit Bonfire in seinem Garten machte. Yeah! Jeanett kam natürlich nicht mit, denn sie hat aus meinen Erzählungen sofort raus gehört, dass er ein typischer Massenmörder ist. Ich bin dennoch hin. Coole Party, mega Leute.

  Art Cafe und Maha Cafe Ubud

Nach den ganzen religiösen Zeremonien, die wir mittlerweile schon mitgemacht haben, haben wir aber den Jackpot noch vor uns. Kommenden Freitag wird in Ubud nämlich die Frau vom König von Ubud (oder so ähnlich) verbrannt. Ein riesen Event, das eben nur alle 30 Jahre mal vorkommt, daher hat sich die ganze Stadt in eine Heinzelmännchen-Werkstatt verwandelt, jeder bastelt, zeichnet, sägt, hämmert. Somit geht’s Freitag wieder ab nach Ubud! Yihaaa!

Vorzeichnen, ausstanzen, kleben Das wird das Ding! Hämmern! Bauanleitung Manche dürfen auch nur zugucken Letzte Stärkung dann gings zurück nach Kerobokan

17Oktober
2013

4 Tage Gilis – Hallo Inselkoller!

„Türkises Meer. Lässige Bars. Tauchen und Schnorcheln ohne Ende. Keine Fahrzeuge. Coole Locals. Geile Parties. Weiße Strände. Super Chill-Vibe.“  

Naja.

Vier Tage waren vielleicht einfach zu viel auf dieser Insel, aber Manus Ausspruch am letzten Tag „Junge, ich will jetzt nur noch auf dieses verfluchte Boot und runter von dieser verdammten Insel“ spiegelte unseren Gefühlszustand gegen Ende unseres Entspannungsurlaubes gut wider.

Nach unserer anstrengenden Mid-Term-Klausuren-Woche resp. Tag wurden wir letzten Freitag in unseren wohlverdienten 2,5-wöchigen Semester-Break entlassen, den wir mit einem Kurztrip in das Backpacker-Paradies „die Gilis“ starteten.  Diesmal ein reiner Mädelstrip, den Manu organisiert hat. Fehler #1 & 2. Da sie auf einer Insel mit Traumstränden, die nebenbei erwähnt als Tauchhotspot gilt, unbedingt einen großen Pool haben wollte, sind wir in einem Tauchschulen-Hotel gelandet, das logischerweise den Pool komplett für ihre Tauchkurse nutzt  und – da Taucher ja sehr spartanisch sind und nur ein Bett brauchen – wohl mit das liebloseste und unchilligste Hotel auf der Insel war. Babäääm.

Während die Mädels noch überlegten, wie sie dieses Problem nun lösen, hab ich mich auf den Weg zum Strand gemacht als auf einmal zwei Typen mit Board mir entgegen radelten. Das können doch nur Ivo und Jules sein, denn die nehmen ihr Board einfach überall hin mit, egal ob es Wellen gibt oder nicht – und wie gesagt, Gili ist ein Tauchspot. Putzig.

Klasse, die beiden Jungs also eingepackt und weiter Richtung Strand, gerade am Hafen vorbei, kommen von rechts Mike, Patrick, Alex und Anne. Wunderbar. Noch am Hafen stehend kommt das nächste Speedboat an, drei Boards wurden abgeladen und spätestens da war uns klar, die Innsbrucker sind auch am Start. Die haben nämlich auch dieses Board-Syndrom. Fehlte also nur noch Jonas. Und der kam am nächsten Tag dann nach.

Gili Trawangan Lieblingslocation #1   Gili Harbour

Während wir den ersten Abend noch lässig in einer Strandbar ausklingen ließen, schwangen wir uns am nächsten Tag hochmotiviert auf unsere Fahrräder und radelten um die Insel. Drei Meter vorwärts, einen zurück, Treibsand auf der „Fahrbahn“, unzählige Hitze-Pausen – aber so waren wir wenigstens lange beschäftigt.

Günther und ich  Blick auf Lombok Man beachte meine wunderbar pedikürten Nägel!The Exile

Unsere Tage verbrachten wir hauptsächlich mit Sonnen, essen, Reiseführer lesen für die anstehende Nordtour auf Bali, essen, schnorcheln, essen, Shisha rauchen und 3-4 Bier im Sama-Sama am Abend. Gleiche Band, gleiche Playlist, gleiche Jokes – 4 Tage lang.

Reiseführer lesen Essen Shisha Essen Schildkröten-Aufzucht-Station Sama-Sama        

Das einzig wirklich gute war die Tatsache, dass es auf der Insel nur Pferdekutschen und Fahrräder gab. Da die Asiaten aber genauso wahnwitzige Kutscher wie Rollerfahrer sind, kam es nicht selten vor, dass man sich in letzter Sekunde nach links oder rechts in den Sand werfen musste um nicht einfach von  diesen wunderbaren Viechern überfahren zu werden.  Nicht recht viel ungefährlicher waren allerdings die betrunkenen Australier auf ihren Rädern, die sind jedoch meist selbst nach links oder rechts umgefallen, bevor sie einen niederrammen konnten. Praktisch.

  DIE Pferdekutschen

Eine wirklich nette Insel, aber schön wieder auf Bali zu sein!

Jetzt kurz heim, Wäsche waschen (lassen), Visum verlängern (lassen) und dann geht’s Sonntag ab auf die Nordtour!

30Sept
2013

Lembongan aka Schlagloch Island

Nachdem wir auf Bali mittlerweile an dem Punkt angekommen sind, dass einen die Einheimischen schon mit Namen kennen, haben wir beschlossen, neue Gefilde zu erobern und uns dabei für die kleine Nachbarinsel Lembongan entschieden. 6.30 Uhr geplante Abfahrt der Rollergang Richtung Fähre, 7.15 Uhr tatsächliche Abfahrt – zu 99% unserem Oktoberfestbesuch am Abend zuvor geschuldet. Deutsches Essen, Oktoberfestbier und die deutsche Band die „Gaudibuam“ fungierten als Köder und lockten vor allem meine Mitbewohnerinnen an. Während das halbe Hendl sich als normales Bali Chicken entpuppte und das süffige Oktoberfestbier im Glas als Bintang, war auch dem letzten klar, dass es keine Gaudibuam geben würde. Aber Balinesen in Lederhosen können auch gut Stimmung machen!

Oktoberfest auf Bali Oktoberfest auf Bali

Trotz erwähnter morgendlicher Verspätung haben wir es dennoch rechtzeitig zur „Fähre“ geschafft und es uns auf Deck bequem gemacht, schließlich hatten wir eine Fahrtzeit von offiziell 60 Minuten sprich inoffiziellen 120 balinesischen Minuten vor uns. Angelehnt an den Wochenvorrat Eier und der frisch gewaschenen Wäsche der Inselbewohner ging es also im Low-Budget-Traveler-Komfort mit 2 Knoten (zumindest zu Beginn, denn da funktionierten noch alle 4 Motoren, gegen Ende nur noch einer) Richtung Insel.

  Local Boat Richtung Lembongan Man beachte die Eier im Rücken!

Da es auf der Insel nur Roller und Fahrräder gibt, haben wir für eine Millisekunde tatsächlich überlegt uns Räder zu mieten, uns dann aber doch – der Hitze wegen – dagegen entschieden. Welch weise Entscheidung. Denn auch wenn die Insel nur 8 qkm groß ist besteht sie zu 90% aus Bergen und die Straßen zu 99% aus Schlaglöchern. Doch auch die Roller waren ein Abenteuer für sich: bei Jonas ging weder Tank- noch Geschwindigkeitsanzeige, Manus Roller hatte keine Stoßdämpfer, Jeanetts Roller ging nie an, meiner nie aus, Patrick hat seinen Rollerständer verloren... ich könnte noch ewig so weitermachen. Lustige Anekdote war auch, dass wir die einzigen Touristen (vermutlich jemals) auf der Insel waren, die Helme trugen. Wir hatten unsere nämlich aus Bali mitgenommen, da wir sonst am Sonntag sicherlich zwei am Roller gehabt hätten. Auch wenn sie auf der Insel sonst nix haben, die Kommunikation klappt, denn egal wo wir hinfuhren, man begrüßte uns ganz herzlich mit dem Namen „Helmet crew“. Vermutlich hat uns der nette Balinese an der Rezeption auch so eingecheckt, er wollte nämlich nie auch nur einen Namen von uns wissen.

  Lembongan Hafen Helmet Crew

Auch diesmal hatten wir uns im Vorfeld bereits ein Hotel rausgesucht und auch diesmal haben wir mitten ins Schwarze getroffen. Der schönste Fleck auf der Insel. Bambushütten direkt am Strand, Infinity Pool, türkises Wasser. Während der eine Teil am ersten Tag schon ne Inseltour startete, blieben wir erstmal am Meer und genossen Ausblick, Sonne und den frischen Fisch. 

  Dream Beach Huts Frühstücks-Aussicht Nachmittags-Aussicht Hotelanlage Sonnenuntergang

 

Am nächsten Tag nutzen wir dann die Tipps der anderen und fuhren direkt die schönsten Spots an, obwohl man sagen muss, dass die Insel relativ wenig zu bieten hat. Die Inselbewohner hausen in einfachsten Baracken am Strand, vermüllen ihre Insel auf das Schlimmste und zocken die Touristen ab wo es nur geht. Bestes Beispiel: Wir sind zu einem Jumping Point, der einsam und verlassen am Ende einer noch einsameren und verlasseneren Road war und haben ein paar Fotos geschossen. Als wir gerade wieder fahren wollten, kommt ein Balinese und will 5000 von jedem – fürs ähm Betreten. Kein Schild kein Einlass kein nichts. Irgendwann platzt dann aber auch mal uns der Kragen, also haben wir behauptet, wir hätten den Besitzer vorhin getroffen, der uns den Tipp gegeben hat hierher zu fahren und der meinte wir müssten nix zahlen. Wir hatten zwar niemals den Besitzer getroffen, aber zahlen mussten wir nicht mehr.

Jumping Point Jumping Point Seaweed Anbau Brücke zu Nusa Ceningan Nusa Ceningan Jonas und Jeanett MangrovenNordküste Fischerhütten/Häuser der Einheimischen

Sind wir noch im Tuckergang für 60.000 auf die Insel bekommen, gestaltete sich auch die Rückreise als leichter Touristennepp. Das Tuckerboot existierte nämlich auf ominöse Weise nicht mehr, nur noch Speedboote für 150.000. Während wir Mädels dem Tuckerboot noch nachweinten, freuten sich die Jungs der Truppe natürlich umso mehr auf das Speedboot, das die Strecke in 20 anstatt 120 Minuten zurücklegt. Wir Mädels sind aber auch alle schon mal Speedboot gefahren und wussten, dass dieses Ding mehr fliegt als fährt und somit 20 laaaaange Minuten aus gefühlten 10 Metern Höhe immer wieder aufs Meer klatscht.

Speedboat zurück

Doch auch das ging vorbei, allerdings stellte sich dann die Frage, wo hatten wir nochmal unsere Roller abgestellt?

  Links oder rechts?

27Sept
2013

Eat, Eat, Love (2/2)

Wie die Zeit vergeht, morgen steht schon der nächste Trip an und ich hab noch nicht mal den letzten fertiggeschrieben.

Auch knapp zwei Wochen nach Ubud schwärmen wir alle jedenfalls immer noch davon und überlegen schon verzweifelt, wann wir uns nochmal so ein wunderbares Relax-Wochenende dort gönnen. Wir hatten aber auch einen guten Lauf. Nach dem kleinen Essens-Fiasko am ersten Tag, wurden wir am zweiten Tag umso mehr entschädigt. Völlig ausgehungert von unserer grandiosen Vulkan-Tour starteten wir abends auf die Suche nach Essen, bogen einmal um die Ecke und entdeckten einen Steinofen aus dem gerade eine atemberaubend gutaussehende und noch besser duftende italienische Pizza gezogen wurde. Danach war klar, dass das mit Giusio – dem  Besitzer – und uns was Ernstes werden würde. Auch wenn der Laden immer brechend voll war, sind wir uns sicher, dass wir ihm den Umsatz seines Lebens bescherten, denn es gab nur wenig, das wir nach zwei Tagen (ja wir waren am nächsten Tag nochmal da) dort nicht gegessen hatten. Es sei angemerkt, dass das indonesische Essen wirklich fantastisch ist, aber irgendwann ist einfach auch mal Schluss mit Reis.

Abschluss unserer Tage in Ubud bildete dann natürlich noch ein Besuch im Spa.  Satte 1,90 Euro haben wir für unsere grandiose 30–minütige Rückenmassage gezahlt – inklusive Ingwer-Tee danach.  Was für ein Leben.  Ach Moment, ich hab das absolut fantastische Thunfisch-Steak mit frischem Gemüse und frischem Guavensaft als Nachmittagssnack für umgerechnet 3 Euro vergessen zu erwähnen. 

So, jetzt geht’s aufs Balinesische Oktoberfest (ja ab und an fällt das Niveau auch hier) und morgen auf die Nachbarinsel Lembongan.

Dazu im nächsten Post dann mehr, ebenso zu meinem kurzen Besuch im Krankenhaus muhaha, dem täglich sinkenden Uni-Anspruch (Mid-Tests fallen aus, da mein „Prof“ für den Gmat lernen muss) und unseren Fortschritten in Indonesisch (es wird immer schwerer uns über den Tisch zu ziehen, da wir mittlerweile zumindest schon die Zahlen verstehen, mehr brauchts auch eigentlich nicht)

So, hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf Lembongan! 

 

Sampai jumpa!

18Sept
2013

Eat, Eat, Love (1/2)

Der Plan für unsere erste richtige Tour war gut. Abfahrt zur autofreiest möglichen und Hitze angenehmsten Zeit – Sonntag 8 Uhr früh – mit den Rollern Richtung Ubud. Soweit so gut. Spätestens bei Kathrins Ausspruch „Mensch schwül heute, findet ihr nicht?“ hätten wir jedoch hellhörig werden müssen. Unser 8er Roller Konvoi setzte sich dennoch langsam in Bewegung, bog nach 300 Metern rechts ab und kam nach exakt 301 Metern in einen wie aus dem Nichts auftauchenden Regenschauer des Jahrhunderts.  „Alles easy, bei Regen halten wir einfach sofort an und stellen uns unter“ war in der Theorie gut, in der Praxis weniger, denn so schön die Fahrt durch Reisfelder auch ist, Palmen wären praktischer. Eine vollends durchnässte Reisetruppe und eine in einen reißenden Bach verwandelte Straße forderten einen Plan B.

Los geht's! Das bisschen Regen!

Alles zurück auf Anfang, umziehen und mit dem Taxi Richtung Ubud – sollte es auch dort die ganze Zeit durchregnen würden wir zumindest mal in einer anderen Villa nächtigen. Im Nachhinein eine spitzen Ideen, denn so konnte man endlich was von der Strecke sehen ohne ständig irgendwelchen Hunden, Hühner und Schlaglöchern ausweichen zu müssen. Jonas unser Sparfuchs nutzte die Fahrt anderweitig und durchforstete die Online-Hotelbewertungen, so dass wir letzten Endes ein wahnsinns Hotel in einer spitzen Lage inkl. American breakfast, Pool und SPA für satte 12 Euro pro Nacht hatten. Hoch soll er leben!

     Ankunft Hotel 

Kaum angekommen, merkte man sofort, dass hier die Uhren nochmal um einiges langsamer gehen. Mit acht gleichzeitig zu zubereitenden Gerichten war der erste Warung jedenfalls so überfordert, dass es ganze zwei Stunden dauerte bis wir den Laden halb gestärkt aber tiefenentspannt wieder verlassen hatten. Just-in-Time hatte da eine andere Bedeutung, denn jedes Gericht (von den acht) wurde einzeln nacheinander von der Köchin zubereitet, nachdem sie die Zutaten für jedes Gericht einzeln und nacheinander im Supermarkt gegenüber eingekauft hatte.

Danach brachte uns jedenfalls nichts mehr aus der Ruhe, so dass wir voller Peace and Harmony mit einer Gleichgültigkeit die Ihresgleichen sucht um den Preis für die 8-stündige-Vulkan-Tour für den nächsten Tag feilschten. Zwei Autos anstatt eines, zwei tatsächlich englischsprechende Fahrer, drei zusätzlich aufgenommene Tourpunkte zu einem Endpreis von 4 Euro pro Person war ein Ergebnis, das sich sehen lassen konnte.

Neben der atemberaubenden Landschaft haben wir dank der englischsprachigen Führer aber auch wirklich viel über Land und Leute gelernt. Wir wissen nun z.B., dass in den Opfergabenwerkstätten (Copyright Jeanett) gerade Hochbetrieb ist, da Juli-September High-Season für das Wieder-Ausbuddeln-Der-Vor-5-Jahren-Verstorbenen-Ist-Um-Sie-Jetzt-Zu-Verbrennen, und dass das Tollste am Reisanbau der Kegelhut ist, da die körperliche Anstrengung und die Entlohnung in keinerlei Relation stehen. Und eigentlich ist nicht einmal der Kegelhut klasse, denn der rutscht einem dauernd ins Gesicht, was sogar die stoischen Balinesen teilweise zur Weißglut bringen kann.

  Manu, Jeanett und ich     Schleichkatzen Coffee?        Lieber die Blondinen fotografieren als den alten Tempel   Beneidenswerte Kopfbedeckung Gunung BaturGunung Batur 

Den Rest vom Trip folgt bald! Jetzt heißt es erstmal wieder Uni!

07Sept
2013

Welcome to University!

Die erste Woche in der Fremde hat mit einem tollen Besuch aus der Heimat geendet.  Leo war zufällig auch gerade auf Bali und stand daher Sonntags vor der Tür. Super Besuch, wenn auch viel zu kurz. Zeit für Heimweh blieb jedoch kaum, denn am nächsten Morgen begann schon der „Ernst des Semesters“ – unser erster Unitag!

Der Campus ist auf der Südinsel von Bali gelegen, was den Uniweg für uns minimal erschwert (circa 40 Minuten mit dem Roller durch die halbe Stadt zur Rush Hour), doch dafür ist es von der Uni dann nur noch ein Katzensprung zu den tollen Surfspots. Die Uni ist erst vor einigen Jahren von Downtown auf die Südinsel umgezogen und da haben sie sich anscheinend nicht lumpen lassen. Die im indonesischen Stil erbauten Gebäude sind auf einer grandiosen Grünanlage verteilt, top gepflegt, mit kleinen Pavillons zwischendrin und generell super ausgestattet. Ob Flatscreens, Beamer, die neuesten Laptops – alles da! Und von solchen Luxusklos können wir an der Uni Köln nur träumen. Da fragt man sich schon, was hier das (bildungspolitische) Entwicklungsland ist.

Uni Begrüßung Völlig verrückte Tanzperformance Campus Campus Campus Mensa :-)

Highlight ist aber eindeutig mein Logistik-Schwerpunkt. Satte 5 Leute umfasst der Kurs, unserem Prof ist es am allerwichtigsten, dass wir „relaxed“ sind und er versteht partout nicht, warum wir nach Bali sind und nicht nach Harvard.  Da ist es doch viel schöner. Deswegen haben wir gleich mal in der ersten Stunde eine gefilmte CampusTour von Harvard angeguckt, damit wir uns vorstellen können, wir wären dort und in der Logistik Case Study Stunde eine Doku über die Case Study Vorbereitung der Harvard Studenten. Ich hab hier quasi Harvard – nur zum Spottpreis.

Generell sind in meinem Programm nur 35 Studenten, die ein wirklich cooler Haufen sind. An sich gibt es aber noch zwei andere Exchange Programme, so dass wir insgesamt knapp 450 Exchanges hier sind, die sich gut vermischen. Freitag gabs mal wieder ein Get2gether mit allen Exchanges in irgendso einem furchtbaren Schuppen in Kuta, heute der erste richtige Strandtag, morgen gehts auf ne Tour Richtung Norden und Montag schmeißen n paar Unileute die erste Villen-Pool-Party. Man kann nicht klagen.

Tanah Lot Tanah Lot Tanah Lot  Reisfelder

Wort der Woche war diesmal  "Delivery". Die liefern einem hier alles und jeden. Bierlieferservice. 24/7. Satte 40 Cent die Flasche. Junge. Dazu gibt es noch so Späße wir Laundry-Pick-Up und Delivery Service, die kleinen Warungs liefern ihr Essen (das eh nur 90 Cent kostet) und sogar McDonalds liefert kostenlos!

Was wird das für eine Umstellung im März…

04Sept
2013

In Love With Bali!

Was für eine Insel. Was für ein Leben. Unser schmuckes Appartement, manche mögen es auch Villa nennen, ist der Knaller. Insgesamt gibt es vier Wohnungen auf dem Grundstück, drei sind von uns Studenten belegt, in der äußersten wohnt der Vermieter. Der ist allerdings ein ziemlich cooler Hund. Ein Indonesier, der jahrelang in Köln gewohnt hat und nun wieder zurück in die Heimat ist. Da er auch noch aus Lindenthal kommt, hab ich hier eindeutig den Veedel-Bonus! Sonst gibts hier noch nen botanischen Garten ums Haus rum, nen Pool, Blick auf die Reisfelder zur einen Seite, Blick aufs Meer zur anderen Seite. Kerobokan heißt das Viertel und ist trotz Nähe zu den Ausgeh-Ecken noch sehr ländlich und kaum touristisch, so dass hier noch nicht alles zugebaut ist und zwischen den Häusern eben immer noch Reisfelder sind.

Ein Teil der Villa, oben wohnen wir Pool Wohnzimmer Ausblick   

 

Trotz zentraler Lage hat man hier allerdings nur wenige Möglichkeiten weg zu kommen. Fahrrad oder zu Fuß – das macht man exakt einmal. Also bleibt Taxi oder Roller. Taxifahren läuft dann zur Rush Hour (die gefühlt immer ist) in etwa so ab: man steigt ein, freut sich, da es klimatisiert ist und meist gute Musik läuft, quatscht nett mit dem Taxifahrer, zahlt 35000 Rupien, bedankt sich und steigt 300 Meter weiter und eine Stunde später wieder aus.  Ein Unding. Roller oder nichts ist die Devise – und es läuft erstaunlich gut. Zum Warm-Up sind wir unsere nicht befahrene Wohnstraße satte 800 Meter bis zur nächsten Kreuzung gefahren. Stolz wie Bolle gings dann am nächsten Tag richtig los. Ab zum Local Food Market. Links - Links - gerade aus - dann seht ihr ihn schon war die Info vom Yusiu. Wir los, rechts, links, gerade aus, rechts, rechts, gerade aus... Den Food Market haben wir nie gefunden, aber am Strand wars auch schön (Das ist das gute an ner Insel, irgendwann kommt immer das Meer). Und immerhin haben wir wieder zurückgefunden, und das ist hier das größere Problem. Jede Straße sieht exakt gleich aus, es gibt kein einziges Straßenschild und der Verkehr ist Chaos pur - Haste nich gesehen.

  Berawa Beach  Berawa Beach

Trotz Jetlag waren wir die ersten Tage aber schon fleißig unterwegs, testeten die verschiedenen Strände, aßen uns durch die balinesische Küche (unglaublich gut!), verhandelten wie die Wilden bei allem und jedem und passen uns der gemütlichen Lebensweise – wie ich finde – hervorragend an.  Samstagabend war dann noch Welcome Party von allen GoBali Studenten. Da hatte das Orga Team eine lässige Holz-Strandbar gemietet bzw. besser das Dach der Strandbar, so dass man bei Live-Musik und lauen Temperaturen dort oben sein Bintang genoß und den Sonnenuntergang über Bali beobachtete. An Kitsch kaum zu übertreffen aber wahnsinnig cool! 

01Sept
2013

Selamat datang!

Angekommen: Check!

Visum on Arrival: Check!

Gepäck: Check!

Hätte kaum besser laufen können. Flug war ok. Bisschen klein der Flieger, aber das Do&Co Essen war vorzüglich. Und Gott sei Dank gab es nichts mit Erdbeeren ;-)

Auf der ersten Teilstrecke saßen dann gleich mal zwei so arabische Minizwerge neben mir, maximal Kindergartenalter und während ich noch mit diesem Touch Screen, der eigenen Fernbedienung und dem USB-Handyanschluss zu kämpfen hatten, hatten die bereits ihr IPad angeschlossen, sich Audio und Video Wiedergabelisten erstellt, den ersten Film gestartet und sich im astreinen Englisch einen Tee mit Milch und Zucker bestellt. Früher ging die Stewardess dann mit nem Spielzeugkorb voller aufblasbarer Flugzeuge oder Wasserbälle durch die Reihen, heute gibt es IPad Hüllen für die Kleinen. Allerdings im Minion Design! Da hab ich mir natürlich auch eine gemobst.

 

In Doha wurde unser klasse Lauf dann aber unterbrochen. Bei der Wartung ist aufgefallen, dass an dem Vogel wohl doch mehr kaputt war als angenommen, so dass wir schön von 22.00-5.30 in Doha saßen. Als wir dann endlich im Anschlussflug Richtung Bali waren, die Seatbelts gefastet waren, meldete sich der Kapitän und begrüßte uns recht herzlich an Board der Maschine nach… Singapur! Ja Moment! Bali, Junge, Bali! Note to myself: wenn man nur kurz landet um einige wenige Leute aussteigen zu lassen, aber dann gleich weiterfliegt, zählt das quasi wie ein Busstop auf der Strecke und muss daher nicht als offzieller Zwischenstopp angegeben werden. Achja! Gut, also erst Singapur (wirklich schön da Irina! ;-D) und dann also Bali.

 

Da wir dank Verspätung nun spät nachts am Flughafen ankamen, blieb das große Chaos voller schreiender Taxifahrer, Reiseagenten etc. , auf das uns jeder vorbereitet hatte, aus. Schade. Dafür war Ketut, der Freund vom Bruder vom Nachbarn vom Jochen bereits da und hat uns abgeholt. Watn Service! Nach über 30 Stunden auf den Beinen und vollends geplättet von dieser Hitze, ließen wir uns dann lethargisch und mit Afro (95% Luftfeuchtigkeit hello!) Richtung Villa kutschieren und sind tot ins Bett gefallen. Das einzige was wir noch so in Trance von der Fahrt mitbekommen haben war, dass wir wohl niemals bei dem Verkehr Roller fahren wollten… ja wollten!

26August
2013

Let's do this!

Ich sollte eindeutig öfters verreisen, denn die Abschiedstour mit euch war einfach traumhaft! Durchtanzte Nächte in Köln, Badespaß in versteckten Münchner Waldseen, wunderbarste Neuigkeiten in Regensburg, Full-Service im Hotel Mama in Ingobingo und großes Wiedersehen in Nürnberg. Ich werde euch alle wahnsinnig vermissen und freue mich schon heute riesig auf die Wiedersehenstour im März! Bis dahin hoffe ich, euch mit diesem Blog etwas auf dem Laufenden halten zu können...

So und nun: Erster Halt Doha!

10April
2013

Bald geht es los

Stay tuned!